Häferlkaffee


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Donauabwärts nach Budapest

Anfang Mai machten wir endlich von Wien aus einen Abstecher nach Budapest – und fragten uns sofort, warum wir das eigentlich nicht schon eher gemacht haben! Uns gefiel die Stadt jedenfalls auf Anhieb! Auf der Pester Seite kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus vor so viel überwältigender Jahrhundertwende-Architektur. Jugendstil-Paläste, Art déco und fantasievoller Historismus, und alles umgeben von so einem morbiden Charme, weil die meisten Gebäude eben noch nicht renoviert sind und gerade in dieser Vergänglichkeit wunderschön und begehrenswert erscheinen. Überall gab es kleine Details zu entdecken. Im Gegensatz dazu war auf der anderen Donauseite auf der Burg von Buda alles touristisch geschleckt und damit geradezu langweilig. Die vielgerühmte Fischerbastei entpuppte sich als eine herausgeputzte historistische Scheußlichkeit – nicht alles was alt ist, muß auch schön sein -, wohingegen das Nebeneinander von Matthiaskirche und sozialistischem Hilton-Hotel durchaus seinen Reiz hatte. Abends erkundeten wir, zurück auf der Pester Seite, die lebhafte Restaurant- und Bar-Szene der Stadt und waren überrascht, wie gut man dort essen, trinken und weggehen konnte. Unterwegs bekam ich natürlich immer genug von meinen geliebten Baumkuchen, den Kürtőskalácsok ;-) Und was wäre Budapest ohne einen Besuch im Thermalbad! Wir entschieden uns für das Széchenyi-Bad im Stadtwäldchen und ließen es uns vor historistischer Kulisse im warmen Wasser einen Nachmittag lang gut gehen.

Natürlich mußten wir uns auch das ganz alte Budapest, das antike Aquincum anschauen. Die Hauptstadt der Provinz Pannonia Inferior war einst eine wahre Großstadt, bestehend aus einer Militärstadt um das Legionslager im Bereich von Óbuda und einer umfangreichen Zivilstadt im Norden der modernen Stadt, von der, inmitten von Plattenbauten, ein Teil ausgegraben und als Archäologischer Park mit kleinem Museum aufbereitet ist. Von der Originalsubstanz ist leider kaum noch etwas zu sehen, stattdessen gab es viele sozialistische Betonergänzungen und – weitaus interessanter – endlose Lapidarien, in denen wir die Vielfalt pannonischer Reliefs erkunden konnten. Neben den Grabstelen mit ihren teilweise recht individuellen Familienporträts fällt vor allem die Vorliebe der Pannonier für eigenwillige Mythendarstellungen auf. Im Museum gab es außerdem die berühmte Orgel zu bewundern, die laut einer Inschrift ein gewisser C. Iulius Viatorinus 228 n. Chr. in das Hauptquartier der Feuerwehr gestiftet hatte. Schließlich schauten wir uns noch das Nationalmuseum an, in dem die frühen Kulturen auf dem Gebiet Ungarns als Schritte eines Nation Building präsentiert werden. Hier gab es wieder ein Lapidarium, das noch einmal beeindruckendere Stücke enthielt als wir schon in Aquincum gesehen hatten.

 

 

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Erster Ausflug nach Ungarn

An Ferragosto machte ich meinen ersten Ausflug nach Ungarn, ins kleine Städtchen Sopron. Eigentlich hätte die Stadt, auf Deutsch Ödenburg genannt, nach dem 1. Weltkrieg die Hauptstadt des Burgenlandes werden sollen, aber dann stimmten die Bürger in einer Volksabstimmung für Ungarn… Das Wahrzeichen der Stadt ist der Feuerturm, den ich natürlich sofort erklimmen mußte, um über die Dächer der Stadt zu blicken (Bilder 1-2). In der Römerzeit lag hier das antike Scarbantia, eine blühende Handelstadt an der Bernsteinstraße, der Verbindungsroute von der Nord- und Ostsee ans Mittelmeer. Unter einer Weinhandlung in einem unscheinbaren Neubau kann man zu einem Teil des antiken Forums hinabsteigen (Bilder 3-4). Weitere Ausläufer des Forums mit diversen Wohnbauten sind in einem kleinen Park an der Stadtmauer erhalten (Bild 5). Diese Mauer ist auf den Fundamenten der römischen Befestigung errichtet, teilweise sogar mit deren Quadern (Bild 6). Im Forumstempel wurde eine beeindruckende Statuengruppe der Capitolinischen Trias gefunden, die man heute – leider in ganz schlecht ausgeleuchteter Schatzkammeratmosphäre – im Lapidarium des Archäologischen Museums besichtigen kann (Bild 7). Auf dem Hauptplatz (Bild 8) gönnte ich mir ein Kürtőskalács, ein Baumstriezel aus einer Art Brandteig, der auf ein Rundholz gedreht über Feuer gebacken wird (Bilder 9-10) – mmmmh! Das war eine sehr lohnende Tagestour!