Häferlkaffee


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Islamic Political Thought in Hammamet

Anfang Oktober war ich für ein paar Tage auf einer Tagung zum “political thought” im Islam in Tunesien. Wir tagten und übernachteten in einem 5-Sterne-Hotel in Hammamets Vorort Yasmine. Die Themen der Vorträge reichten von den Anfängen des Islam bis in die Gegenwart. Ich stellte meine umayyadischen Herrscherbilder vor und war damit die einzige, die etwas mit Kunst präsentierte. Allein die Tagung war, auch abseits der Vorträge, irgendwie ein Erlebnis. Ich stöhnte, als ich im Programm las, daß es am ersten Tag schon um 8:30 Uhr losgehen sollte. Da ich gleich am ersten Vormittag dran war, fand ich mich um 8:20 Uhr am Vortragssaal ein, um meine Präsentation loszuwerden – und war außer den Veranstaltern die einzige. Mit über einer Stunde Verspätung ging es dann endlich los, und eine ebensolche Verspätung zog sich eigentlich durch sämtliche Tage und Sektionen. Außerdem wurde zu meiner Überraschung die ganze Tagung simultan übersetzt. Extra für mich übersetzte ein Dolmetscher alle arabischen und französischen Vorträge (also alle Vorträge außer meinen) ins Englische! So wagte ich es kaum, die für mich weniger relevanten Sektionen ausfallen zu lassen…

Zweimal stahl ich mich dennoch davon. Zuerst erkundete ich Yasmine, eine um einen kleinen Yachthafen herum angelegte Touristenhölle, in der sich eine Bettenburg an die nächste reiht. Normales Leben: Fehlanzeige. Also eigentlich ein Ort, an dem ich von mir aus nie Urlaub machen würde. Und nun fehlten auch noch die Touristen. Entsprechend verzweifelt waren die vielen Souvenirhändler, deren Geschäfte die Straßen säumen. Besonders absurd war es in der fake Medina, einer inklusive falscher Ruinen, überdachtem Bazaar und Taubenhaus komplett modern aufgebauten Altstadt mit Disneyland-Flair. Auch der schöne, endlose Strand war menschenleer. Als ich mich am letzten, freien Nachmittag doch noch mit einem Kollegen zum Schwimmen an den hoteleigenen Strand wagte, waren wir bis auf den Bademeister tatsächlich die einzigen Menschen weit und breit. Unsicher gefühlt habe ich mich nicht, aber etwas gruselig war diese leere Touristenstadt schon.

Einmal fuhr ich ins Zentrum von Hammamet, um mir die echte Altstadt, die alte Medina anzuschauen. Im Taxi überraschte mich die Nachricht, daß dem tunesischen Dialogquartett der Friedensnobelpreis verliehen worden war. Die Nachricht wurde im Radio sogar auf Englisch durchgesagt, und der Taxifahrer drehte extra ein bißchen lauter, damit ich es auch hörte – er jubelte, und ich gratulierte! In der alten Medina bestieg ich zunächst die Kasbah, die Festung mit Wurzeln im späten 9. Jh., von der aus man einen schönen Blick über die Dächer der Altstadt und hinüber nach Yasemine hat. Im Hof der Kasba findet sich neben etwas kaiserzeitlicher Bauornamentik das Grab des heiligen Sidi Bou-Ali Mohamed aus dem 15. Jh. Anschließend ließ ich mich noch ein bißchen durch die Straßen der Medina treiben, erwarb das eine oder andere Souvenir und nahm zum Abschluß einen Drink in einem Café an der Küste, bevor es zurück auf die Tagung und schließlich wieder nach Wien ging.

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Schottische Partie II: Islay

Von Edinburgh ging es mit dem Mietwagen in einer langen Fahrt entlang des Loch Lomond nach Kennacraig, von wo aus wir mit der Fähre zur Insel Islay vor der Westküste Schottlands übersetzten. Wir wohnten in einem wunderschönen Bed-and-Breakfast etwas außerhalb der Inselhauptstadt Bowmore. Vor unserem Fenster wuchs ein Gerstenfeld für die Whisky-Produktion auf der Insel, und in der Bucht konnten wir die Vögel beobachten. Abgesehen vom Whisky (dazu später mehr), hatte die Insel auch landschaftlich einiges zu bieten. Meist ging es über “single track roads”, einspurige Straßen mit Ausweichbuchten, bis in die entlegendsten Winkel der Insel. Mal steckten wir auf so einer Straße fest, weil ein aufgebrachter Bulle uns den Weg versperrte, und mußten das Auto abstellen. Mal begegnete uns ein Rehbock am Rand der Straße, die zu allem Überfluß auch genau dort auf beiden Seiten eingezäunt war. Eine ganze Weile hüpfte er vor unserem Auto her, bis er endlich entkommen konnte.

Wir erkundeten zunächst Loch Gruinart im Norden der Insel. Die tiefe Bucht verwandelt sich bei Ebbe vollkommen in eine Sandfläche. Ganz so lange blieben wir zwar nicht, aber doch lang genug für einen Strandspaziergang, bei dem wir die Austernfischer und andere Vögel beim Picken im Sand beobachten konnten. In der Bucht werden außerdem Austern gezüchtet, die man in einer Farm in Craigens an der Südspitze der Bucht erwerben kann. Es war schon eine besondere Atmosphäre dort: wir stapften zunächst über die Farm, die Bäuerin war gerade mit den Kühen im Stall beschäftigt und kam dann rüber in den kleinen Verkaufsraum, wo in einem Wasserbecken die Austern lagerten. Sie machte uns ein paar auf, die wir gleich vor Ort schlürften. Meine ersten Austern, und ich war begeistert! Gar nicht glitschig, sondern schön fest, und so ein frischer Geschmack nach Meer :-)

Eigentlich hatten wir ja in Loch Gruinart auch Seehunde sehen wollen, aber die zeigten sich uns dort nicht. Auch in der Bucht in der Nähe der Kildalton Chapel fanden wir sie nicht. An dem aufgelassenen, malerischen Kirchlein steht dafür eines der keltischen Kreuze der Insel aus dem 8. Jh. Seine bemerkenswerten Reliefs zeigen neben Rankenwerk biblische Szenen. Die ersten Seehunde sahen wir erst ein paar Kilometer weiter in einer Bucht bei Ardbeg. Das richtige Seehund-Paradies entdeckten wir aber schließlich in der idyllischen Bucht von Portnahaven. In diesen klitzekleinen, verträumten Ort mit seiner malerischen Hafenbucht mit kleinem Sandstrand habe ich mich sofort verliebt. Auch die Seehunde fühlten sich dort sichtlich wohl. Die putzigen Tiere tummelten sich nicht nur auf den Felsen der gegenüber gelegenen Leuchtturminsel, sondern auch mitten im Hafen. Während die Ebbe offenbar einige Felsen in der Bucht freispülte, ließen sich darauf direkt vor unserer Nase erst ein, dann zwei Seehunde die Sonne auf den Bauch scheinen. Ich konnte mich gar nicht sattsehen! Und das verrückteste war: nachdem man sie einmal erkannt hatte, entdeckte man plötzlich überall in der Ferne Seehunde auf den Felsen.

Uns hat Islay jedenfalls ausgesprochen gut gefallen! Und die vier Tage auf der Insel reichten keinesfalls, um alles zu erkunden, was Islay zu bieten hat. Grund genug, um vielleicht noch einmal wiederzukommen ;-)


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Hadrian’s Wall, 1. Etappe: die Tyne entlang von Wallsend bis Heddon-on-the-Wall

Unser diesjähriger Sommerurlaub führte uns nach England. Zunächst hatten wir uns vorgenommen, die Nordgrenze des Römischen Reiches, den Hadrianswall, abzuwandern – und zwar “coast to coast”, 135 km von Wallsend im Osten nach Bowness-on-Solway im Westen, und das in 8 Tagen. Unsere erste Nacht verbrachten wir zwar nicht direkt am Hadrianswall, dafür idyllisch am Strand, in Whitley Bay, einem Vorort von Newcastle. Mit der U-Bahn ging es von dort aus am nächsten Morgen zum offiziellen Beginn unserer Tour nach Wallsend, wie der Name schon sagt, ans Ende der nach 122 n. Chr. als Folge eines Aufstandes der Briten errichteten Grenzmauer. Dort, im antiken Segedunum, befindet sich das erste Fort der Strecke. Von einem hohen Aussichtsturm blickten wir hinunter auf die in Fundamenten erhaltenen Gebäude des Lagers, dessen Gesamtaufbau sich auf diese Weise gut erschloß (im Laufe der Reise sollte uns die römische Militärarchitektur noch vertraut werden). Eine Rekonstruktion vermittelte einen Eindruck davon, wie der Hadrianswall ausgesehen haben könnte, der nirgendwo auf der Strecke in voller Höhe erhalten ist. Von da an führte der Weg auf dieser ersten Etappe streng genommen gar nicht mehr am Hadrianswall entlang, sondern an der Tyne. Vorbei an Industrieanlagen, die durchaus ihren Reiz hatten, kamen wir zunächst nach Newcastle, dem antiken Pons Aelii, benannt nach der dort einst befindlichen Hadriansbrücke. Auch heute prägen die vielen Brücken über die Tyne das Gesicht der Stadt. In der Antike befand sich hier gleich das nächste Fort, das angeblich unter der Burg der Stadt gut erhalten sein soll – wir suchten leider vergeblich danach, und auch sonst fanden sich im Stadtgebiet nur wenige Spuren des Walls. Bereits am Vortag hatten wir das Great North Museum besucht, wo wir uns vorab einen Eindruck vom Verlauf des Walls machen und viele Funde aus dessen Umfeld besichtigen konnten. Uns war das Museum jedoch insgesamt etwas zu sehr auf Spaß ausgerichtet, denn viele der durchaus eindrucksvollen Reliefs lagen leider nicht nur durch die effektvolle Beleuchtung praktisch im Dunkeln, sondern waren zudem durch museumspädagogische Installationen verdeckt. Wieder auf Wanderschaft hatte sich die Tyne quasi in ein Wattenmeer verwandelt. Der Fluß wird so nah an der Mündung von den Gezeiten geprägt. Zum Beobachten der im Schlick pickenden Vögel blieb jedoch wenig Zeit, denn wir hatten noch viel Weg vor uns. Das letzte Stück, vorbei am Schauplatz der “Battle of Newburn Ford” von 1640, wo wir uns zur Stärkung ein klebrig süßes Eis gönnten, zog sich hin – die letzten Meter hinauf auf den Hügel, auf dem nun eigentlich die Mauer verlief, nach Heddon-on-the-Wall, schienen kaum zu überwinden. Todmüde fielen wir schließlich in unserem Bed-and-Breakfast aufs Sofa und vermochten uns bis zum Abendessen nicht mehr zu rühren.


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Strandbefestigung: Der Atlantikwall bei Oostende

Nach dem Westwall bei Aachen besichtigten wir in Oostende an der belgischen Nordseeküste ein weiteres nationalsozialistisches Bollwerk: dort ist ein Abschnitt des Atlantikwalls erhalten geblieben, der 2685 km langen Linie von befestigten Stellungen, die zwischen 1942 und 1944 entlang der Küsten des Atlantiks, des Ärmelkanals und der Nordsee zum Schutz vor einer alliierten Invasion errichtet wurden. Die 60 Bauwerke, die den Strand überragen und untereinander über 2 km verbunden sind, sind museal aufbereitet. Wir brauchten fast 3 Stunden, um diese eindrucksvolle, jedoch beklemmende Anlage zu durchwandern. Immer wieder öffneten sich die niedrigen Tunnel und schmalen Gräben zu Geschützstellungen, Versorgungsbauten und Mannschaftsquartieren. Teile der Bauten, wie die Batterie Aachen, stammen sogar noch aus dem 1. Weltkrieg. Nach dem D-Day, der Landung der alliierten Truppen in der Normandie, wurden hastig weitere, landeinwärts gerichtete Stellungen gebaut, da man einen Angriff auch von dieser Seite erwartete. Aus Mangel an Zement wurden diese Bauten jedoch aus Ziegeln errichtet und nur mit einer dünnen Zementschicht überzogen, um ihnen den Anschein stabiler Bunkeranlagen zu verleihen.

Nachdem wir den Strand zunächst fast nur durch die schmalen Schlitze und Fenster der Stellungen gesehen hatten, gönnten wir uns nach der Besichtigung einen Spaziergang an Oostendes breitem Sandstrand. An der Strandpromenade, an der der einstige Prunk schon etwas bröckelt, verwöhnten wir uns mit einer ordentlichen Portion Muscheln – und weil mir das natürlich noch nicht genug Fisch war, gab es am Hafen von Oostende gleich noch Nordseekrabben. Ein rundum lohnendes Ausflugsziel!


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Beach Life по-русски

Unsere nächste Etappe war der Strand von Mui Ne in Südvietnam – nach einem Zwischenstopp in Ho Chi Minh City, aber dazu später. An dem 19 km langen Sandstrand wollten wir uns ein paar Tage erholen…aber zumindest für mich war unser Strandaufenthalt nicht so richtig entspannend. Wir wohnten am Westende des Strands, wo sich ein Resort an das nächste drängt. Schon als wir in der Dunkelheit ankamen, blinkerten uns von allen Seiten die kyrillischen Leuchtreklamen entgegen. Und tatsächlich dominierten russische Urlauber diesen Ort und zwar so sehr, daß ich in einem Reisebüro sogar weggeschickt wurde, weil die vietnamesische Mitarbeiterin außer Russisch keiner Fremdsprache mächtig war. Neben den Resorts gab es noch Souvenirgeschäfte, in denen wir Alligatoren in jeder Größe und Verarbeitung hätten erwerben können, und überteuerte, schlechte Touri-Restaurants. Das absolute Highlight war wohl (ich habe es zum Glück nicht mitbekommen), als auf der Terrasse eines Restaurants eine Ratte hinter mir auf der Balustrade entlangflitzte. Hier war einfach alles etwas teurer und schlechter als im Rest des Landes… Da das Meer und den Strand die Kitesurfer in Beschlag genommen hatten, verbrachten wir unsere Zeit am resorteigenen Pool oder beim Minigolf. Ein bißchen etwas Urtümliches gab es dann doch in diesem Ort, aber nur, wenn man ganz früh aufstand. Dann konnte man den Fischern zuschauen, die in ihren kreisrunden Booten wie an einer Perlenkette aufgereiht im Meer schaukelten. Das hätte ich nie gesehen, wären wir nicht eines Morgens ganz früh zu einer Tour zu den nahe gelegenen Sanddünen aufgebrochen. Zunächst fuhren wir zum “Fairy Stream”. Vorbei an einer stinkenden Fischsoßenfabrik gelangten wir zu einem kleinen – künstlich umgeleiteten – Bächlein, das durch schöne Sandformationen fließt. Dem Bächlein vermochten wir nach den ersten Geruchseindrücken auch nicht mehr so recht zu trauen… Weiter ging es zu den wirklich eindrucksvollen weißen Wanderdünen am Rande eines Sees. Kaum angekommen bekamen wir einen überteuerten Quad samt jugendlichem Fahrer aufgeschwatzt, mit dem wir dann über die Dünen bretterten und die steilen Dünenkanten herunterrasten. Der Kleine hatte an unserem panischen Gekreische jedenfalls seine helle Freude! Schließlich erklommen wir noch die roten Dünen, von denen aus wir einen schönen Blick über das Meer hatten.


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Férias em Portugal: Am westlichsten Punkt Europas

Nach einigen Tagen in Faro ging es weiter die Algarve entlang bis nach Sagres. Unterwegs machten wir nordwestlich von Portimão einen Zwischenstopp bei den kupferzeitlichen Gräbern von Alcalar. Ich zwängte mich durch den furchtbar schmalen Gang in die kleine runde Grabkammer – doch wir hatten mehr erwartet und fuhren bald weiter zu unserem eigentlichen Ziel.

Sagres liegt neben dem Cabo de São Vicente, dem südwestlichsten Punkt des europäischen Festlands (Bilder 1-4). Am Kap herrscht ein unglaublicher Rummel, busseweise werden die meist deutschen Touris zu dem nichtssagenden Leuchtturm gekarrt, um nachher an einigen Ständen Allerweltssouvenirs zu erwerben. Immerhin kann man hier  die letzte Bratwurst vor Amerika essen, so auch wir, wie uns sogar per Zertifikat bestätigt wurde ;-)

Das Setting von Sagres ist dramatisch: hohe Klippen fallen zum Meer hin steil ab, in vielen Buchten befinden sich kleine Strände. Die Stadt selbst ist malwieder eher lieblos aufgemacht, ein Touri-Zentrum fest in deutscher Hand, weswegen wir hier wohl auch das in Ambiente, Bedienung und Bayern-München-Ausstattung deutscheste Lokal erlebten, das uns bisher in Portugal begegnet ist. In dem exponiert liegenden Fort rätselt man noch immer, ob es sich bei dem dort freigelgten monumentalen Steinkreis um eine Windrose, eine Sonnenuhr oder etwas ganz anderes handelt (Bild 5). Was mich an Sagres aber wirklich überzeugte war die Vielseitigkeit des Meeres. Hier ist der Atlantik nicht so kalt und in einigen Buchten auch nicht so stürmisch wie in Areia Branca, weshalb man dort entspannt schwimmen kann, während in wieder anderen Buchten die Wellen auf dem Surfbrett erobert werden wollen (und manchmal sogar dafür zu heftig sind). So schwangen auch wir uns für einen Tag nochmal auf die Boards und wagten uns in der Obhut einer Surfschule in die uns unbekannten Fluten. Am Strand fiel der deutlich größere Touristenstrom sofort ins Auge, denn dort reihte sich ein Surfkurs an den nächsten – so kam uns unser beschauliches Areia Branca trotz voranschreitender Touristifizierung wie ein kleines Paradies vor.

Nach zwei abwechslungsreichen Tagen in Sagres mußten wir wieder Richtung Lissabon aufbrechen. Nachdem die römischen Ruinen von Miróbriga eine ziemliche Enttäuschung waren – viel wieder aufgebaut und doch letztendlich wenig zu sehen (Bilder 1-2) -, war das Städtchen Alcácer do Sal eine ziemliche Entdeckung! Ganz zufällig hatten wir uns auf dem Weg zum Flughafen für eine letzte Nacht in dieser schmucken Stadt entschieden und wurden überrascht von der malerischen Lage am Rio Sado, überragt von der Burg maurischen Ursprungs, und einer vielfältige Auswahl an guten (und gut besuchten ;-) ) Lokalen. Was für ein Kontrast zu den lieblosen Städten an der Algarve! Auch hier waren wir zugegen, als die Störche als großer Schwarm (der sich leider nich so richtig fotografieren lassen wollte; Bild 5) zurückkehrten und die Nester auf den Dächern bevölkerten.


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Férias em Portugal: Faro

Das konnte man von unserer nächsten Station nun wahrlich nicht mehr behaupten! Wir fuhren weiter an die Südküste, an die Algarve nach Faro. Von der Stadt war ich ja schwer enttäuscht – um nicht zu sagen geradezu geschockt, so verwahrlost und lieblos war die Stadt. Dafür hatten wir schnell ein Stammkaffee, in dem ich die ständig gleichen alten Herren beim Fußball Schauen beobachtete ;-) Außerdem waren wir Zeuge, wie die Störche zurückkehrten: als wir ankamen, waren alle Nester noch verweist, doch plötzlich, eines morgens, waren sie besetzt (vergleiche Bilder 1 und 4)!

Hier in Faro gönnten wir uns etwas Strandidylle (Bilder 5-7) und unternahmen außerdem eine Bootstour durch die Lagune von Faro, die Ria Formosa (Bilder 8-18), mit der wir – vorbei an unzähligen Vögeln – die kahle Ilha Deserta (Bilder 13-17) und die zu dieser Zeit geradezu idyllische Ferieninsel Ilha do Farol mit ihrem großen Leuchtturm (Bild 18) – auf der ich übrigens beinahe meinen Schuh verloren hätte… – ansteuerten.

Archäologie dürfte natürlich auch hier nicht fehlen ;-) Die villa rustica von Milreu (Bilder 1-6) mit ihren Badeanlagen und Ölpressen zeichnet neben ihren Fischmosaiken vor allem der fantastisch erhaltene Tempel aus. Es handelt sich um eine Art Umgangstempel, ganz ähnlich wie derjenige von São Cucufate, der jedoch außen rundum mit Fischmosaiken verziert war, weshalb es sich wohl um den Tempel einer Wassergottheit oder ein Nymphäum handelte (Bilder 1, 4-6). In Vilamoura handelte es sich wohl hingegen eher um eine Villa und weitere separate Gebäude am Hafenbecken, darunter Thermen doch stattlichen Ausmaßes (Bilder 7-8).