Häferlkaffee


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An der Panke (Teil 2)

Wieder einmal in Berlin beschlossen wir der Panke in voller Länge unsere Aufwartung zu machen. Das letze Mal von ihrer Mündung und diesmal wollten wir sie an einem sonnigen Tag von ihrer Quelle her erkunden. So begaben wir uns zuerst mit unseren Drahteseln mittels S-Bahn nach Bernau. Etwas außerhalb von Bernau an der Bahnstrecke nach Frankfurt/Oder suchten wir zuerst vergeblich den Pankeborn (Born meint hier Brunnen bzw. Quelle). Wir waren schon recht verzweifelt, weil wir die Quellfäche erkannten, die abgetrennt vom heutigen Quellpunkt ist. Irgendwann ergriffen wir den Mut und erklimmten einen kleinen Damm und tatsächlich dahinter tat sich der Pankeborn auf, der trocken, aber von Liebhabern gekennzeichnet, posierlich vor uns lag.

Im Folgenden fuhren wir per Rad an der Panke entlang, die sich als Rinnsal präsentierte und erst später förmliche Gestalt annahm. Meist erkannten wir sie an den Feuchtflächen und mussten auch so manche Male suchen, wenn wir wieder einmal dem Verlauf nicht direkt folgen konnten. Sobald die Panke hinter Bernau statdeinwärts größer wurde, ist sie vor allem durch die Artenvielfalt entlang ihres Verlaufs sehr interessant. Einige Male verläuft sie an Kleingartenanlagen entlang, wo man sie kaum wahrnimmt, und dann wieder durch große Freiflächen. Auf Höhe Zepernick ist der Panke-Wanderweg auch so gut ausgebaut, dass man ihm gemütlich folgen kann. Desto näher man den urbanen Ausläufern Berlins kommt, umso mehr gibt es doch Ecken, wo die Wildheit und Verträumtheit einfach nicht rüberkommt, so in Buch und an der A114. Umso schöner sind aber gerade die Teile in der Nähe des Schlossparks Buch und rund um die Karower Teiche. Das schöne an dieser Route ist, dass man die schönen Ecken langsam erradelt und bei den nicht ganz so wilden Ecken einfach mal den sportlichen Teil des Ausflugs genießen kann. In Buch muss man den Radweg auch ein bißchen suchen, weil er um Neubauten, Schulgebäude und verlassene Einrichtungen herumführt. Die teilweise sehr geraden Strecken mit ebenso breiten Wegen lassen eine nette Unterhaltung aufkommen, so dass die Radtour nicht zur nächsten Tour de France wird. Geendet hat unsere Tour dann schlussendlich im Schlosspark Pankow, der sich am hinteren Ende mit seiner Prachtallee zeigt.

Als Fazit kann man sagen, dass gerade die Natur rund um die Panke einen Kontrapunkt zum urbanen Alltag setzt. Empfehlenswert ist es, die Tour per Rad zu machen, da die gesamte Tour sicher um die 20-25 km umfasst. Im Frühjahr gibt es nach starken Regenfällen auch schon mal Hochwasser und einige Wege sind unpassierbar, da diese Teil der Flutflächen sind.

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An der Panke (Teil1)

Nachdem wir am Pfingstwochenende zuerst in Bernburg und dann in Zoo Leipzig waren, entschlossen wir uns am Pfingsmontag Berlin die Ehre zu geben. So hieß dann das Motto “Panke rückwärts” – natürlich laufend. Das heißt von ihrer ursprünglichen Einmündung in die Spree am Schiffbauerdamm unterhalb des Berliner Ensemble. Zuerst schauten wir uns die leider seit ein paar Jahren verbaute Einmündung an, die wohl aufgrund der Sanierung des Ufers eingespundet ist. Zuerst sieht mal recht wenig von der Panke und wir ließen uns von Google Maps leiten. Entlang des Berliner Ensembles suchten wir nun zunächst den Weg, aber so manche Baulücke zwischen den Häusern oder Spur auf dem Boden zeigt die überbaute Panke an. So fanden wir gegenüber vom Bunker in der Reinhardtstrasse ein altes Eisengitter, welches sicherlich als Schutz vor einer damals noch nicht überbauten Panke errichtet worden war und doch die Zeiten irgendwie überstanden hat und an die alte Macht der Panke gemahnt.


Am Campus Nord der HU konnten wir dann das erste Mal die Südpanke, wie der Teilabschnitt heute heißt, seitdem die Einmündung der Panke in den Humboldthafen verlegt wurde und die Südpanke selbst nur noch als Überlaufkanal genutzt wird. So schlängelt sich die Panke teils überbaut, teils gut sichtbar durch den Campus, den wir nebenbei auch einmal erkundeten. Einige Male stiegen wir herab, um einen direkten Eindruck vom Verlauf zu bekommen und einen geeigneten Blick auf die Verbauung zu erhaschen. Auf der Höhe des Naturkundemuseums suchten wir zunächst den weiteren Verlauf, denn was Google noch nicht weiß, ist, dass die Panke zum Invalidenpark verlegt wurde und nun als feudaler Wassergraben das Verkehrsministerium vor dem Volke schützt (laut Google lief die Panke früher zwischen Naturkundemuseum und Verkehrsministerium). Dank dieses Fauxpax erhielten wir auch den seltenen Blick auf die recht eindrucksvollen Hinterhöfe des Naturkundemuseums, das scheinbar nun endgültig von den letzten Kriegsschäden bereinigt wird. Auf dem Invalidenpark nutzten wir auch sofort die Gelegenheit, das dortige Denkmal zu erkunden. Hinter dem Verkehrsministerium verschwand die Panke nun wieder und tauchte erst beim Neubau des BND auf.


Hier lag sie nun, das traurige, modrige Rinnsal. Zwischen einer Reihenhaussiedlung und BND erscheint dieser Teil der Südpanke. An dieser Stelle machten wir einen Abstecher zum Invalidenfriedhof, ehemaliges Grenzgebiet und Grabstätte einer Menge Persönlichkeiten des preußischen Militärs. Zurück zur Panke gingen wir entlang eines Sandhaufens, und wieder war die Panke unterhalb des Bundeswehrkrankenhauses verschwunden. Hier tat sich leider nichts auf, wie man ihr direkt folgen kann, und so umrundeten wir das Bundeswehrkrankenhaus, um wieder den Anschluss zu finden. Auf der Höhe Chausseestrasse/Boyenstrass suchten wir nun und fanden schließlich im Asphalt ein paar Steine, die vermuten lassen, dass ein Geländer hier die Bürger schützte, in die offene Panke zu fallen. Ein Gullideckel der Wasserbetriebe führte uns dann auf die Spur der Panke, die aus dem Innenhof dieses Hauses kommen muss. Im dort anschließenden Park ist nichts mehr von der Panke sichtbar, und wir vermuten, dass früher die Panke hier offen in einem Graben lief, aber dieser nun überdacht ist. Am Ende des Parks findet man nun eine automatische Rechenanlage, die die Panke zeigt, und ein paar Rohre deuten an, dass die Südpanke nur ein Überlaufkanal ist und ihrer ursprünglichen Pracht komplett beraubt ist. An dieser Stelle führt dann die restliche Panke in den Kanal zum Humboldthafen. An diesem Punkt verstand man nun, warum die Südpanke so lebensarm ist, denn ohne ständig fließendes Wasser ist der Fluss kastriert und nur mehr ein Kanal.


Als Pankeliebhaber gingen wir nun entlang der heutigen Panke den Pankeweg und sahen uns noch ein bisschen den Wedding an. Die Panke hier war nun deutlich lebendiger und zog Mensch und Tier beidermaßen mehr an, als es die Südpanke vermag. Im weiteren Verlauf, sahen die nun endgültig geschlossene Schwimmhalle in der Gerichtsstrasse, die Wiesenburg (ein altes Herrenasyl noch aus der Kaiserzeit und heute ein leider bedrohtes Kulturzentrum), den alten Busbahnhof und landeten am Ende im Rosengarten im Bürgerpark in Pankow, wo wir bei einer Limo den Spaziergang ausklingen ließen.

Zusammenfassung: ca. 8-10km Spaziergang durch Winkel der Stadt, die man nicht so oft sieht. Leider ist der Weg an der Südpanke nicht sonderlich ausgebaut, so dass man etwas Gespür und eine gute Karte braucht. Auch sollte man sich nicht scheuen, einen nicht so offiziellen Weg zu gehen. Weitestgehend aber überraschend gut begehbar. Sobald man die Panke erreicht, kann man dem Pankeweg laufen.

 

Mehr zur Panke und ihrer Geschichte
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Panke
[2] http://panke.info