Häferlkaffee


Leave a comment

Firenze – zwischen Renaissance und Langobarden

Von Rom aus machte ich auch einen Tagesausflug nach Florenz. Ziel und eigentlicher Anlaß für meinen kleinen Italientrip war nämlich die ‘lamina di Agilulfo’ im Museo del Bargello. Dieses reliefierte Bronzeblech aus dem 6. Jh. – wohl die Stirnplatte eines Helmes – zeigt den Langobardenkönig Agilulf auf dem Thron, eingefaßt von Viktorien und Gabenbringern. Da die Darstellung einen nahezu perfekten Vergleich für meine umayyadischen Herrscherdarstellungen bildet, wollte ich das Stück unbedingt im Original begutachten. Zwischen berühmten Statuen von Donatello und Michelangelo, etruskischen Gürtelschnallen, islamischen Lüsterfliesen, mittelalterlichen Rüstungen und hinreißenden spätantiken Elfenbeinen (das Bargello ist ein sehr eigentümlichr Gemischtwarenladen) entdeckte ich schließlich das Objekt meiner Begierde. Anders als bei meinem letzten Besuch in Florenz, als ich mich völlig im Archäologischen Museum verloren hatte, blieb danach noch genügend Zeit für einen touristischen Stadtbummel. Vom Dom, über die traumhaft schöne Piazza della Signoria und vorbei an der Loggia dei Lanzi ging es zu den Uffizien. Und – kaum zu glauben! – ich kam ganz ohne Anstehen sogleich in die Galerie hinein! So etwas geht wirklich nur im Februar! Drinnen war es wie schon draußen in der Stadt: jede Skulptur, jedes Gemälde war ein Highlight von einem berühmten Künstler – ich wußte kaum, wo ich nicht hätte hinschauen sollen. Anders als Rom mit seinen Antiken (die man in Florenz beinahe vergeblich sucht) ist Florenz einfach Renaissance wohin der Blick reicht.

Insgesamt hat sich der Februar als perfekter Reisemonat entpuppt: vergleichsweise wenig Touristen, was bedeutet kaum anstehen, und mit einwenig Glück (und davon hatte ich einiges) auch schon ein paar mediterrane Sonnenstrahlen. Das könnte zu einem Klassiker werden ;-)

Advertisements


3 Comments

Roma – immer etwas Neues zu entdecken!

Anfang Februar gönnte ich mir nach anderthalbjähriger Abstinenz endlich wieder ein verlängertes Wochenende in meiner Lieblingsstadt Rom. Wie immer hatte ich mir viel zuviel vorgenommen, denn neben zahlreichen Treffen mit all meinen lieben Freunden wollte ich natürlich auch allen vertrauten Orten einen Besuch abstatten – eine Mission, die natürlich von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Dennoch schaute ich ins Pantheon hinein – vielleicht ein letztes Mal, bevor es ab nächstem Jahr möglicherweise Eintritt kostet -, trank bei S. Eustacchio einen Cappuccino (diesmal enttäuschend verwässert), genoß meine geliebten Puntarelle im Traditionslokal am Largo dei Librari, warf eine Münze in die dank Fendi frisch restaurierte Fontana di Trevi, damit ich auch ja wiederkommen werde usw. usw. Außerdem wäre Rom ja nicht Rom, gäbe es neben diesem Fix-Programm nicht immer noch Neues zu entdecken. Dieses Mal konnte ich endlich Sa Maria Antiqua auf dem Forum Romanum besuchen, eine der ältesten Kirchen Roms, die im 6. Jh. in einige Räumlichkeiten am Fuße des Palatins hineingebaut wurde. Normalerweise ist die Kirche für das Publikum geschlossen, und ich hatte bisher immer alle Gelegenheiten verpaßt, um mal hineinzuschauen. Aber jetzt war sie im Rahmen einer Ausstellung geöffnet. Ich war vollkommen überwältigt von der Fülle an Wandmalereien aus dem 6.-8. Jh. und deren guten Erhaltungszustand, die teilweise erstaunlich gute Parallelen für meine schließlich zeitgleichen Umayyaden abgeben ;-)

Pünktlich zu meinem Besuch eröffnete außerdem eine neue ‘passeggiata archeologica’, die über eine Reihe von Stegen vom Forum Romanum neben der Basilica Aemilia über das Caesarforum und durch die mit unzähligen Fundkästen gefüllten Keller der mittelalterlichen Häuser des Quartiere Alessandrino aufs Trajansforum führt. Jeden 1. Sonntag im Monat wird sie nun kostenfrei zugänglich sein. Viel Neues gab es dort zwar nicht zu sehen, aber irgendwie hatte es doch etwas, das Caesarforum zumindest fast aus der Perspektive eines antiken Römers wahrzunehmen.

Was ich auch unbedingt hatte sehen wollen, war das reverse graffiti, das der südafrikanische Künstler William Kentridge im letzten Jahr an der Tiberbefestigung hat entstehen lassen. Auf etwa 500 m entstand durch selektives Entfernen des jahrelang angesammelten Schmutzes auf der Mauer eine Erzählung der Geschichte Roms, gespickt mit allerhand Anspielungen. Alles war noch gut zu erkennen, und so spazierte ich am Tiberufer entlang und versuchte, die Bilder zu entschlüsseln.

Schließlich besuchte ich mit einer Führung noch den ‘Bunker’ in der Villa Ada, den sich die Königsfamilie der Savoyen auf dem Grundstück ihrer Villa im 2. Weltkrieg angelegt hat. Streng genommen handelt es sich gar nicht um einen Bunker, denn das ‘refugio’ ist nicht aus Beton errichtet, sondern in den anstehenden Tuff eines Hügels hineingeschnitten und mit Ziegeln verkleidet. Schutz vor Bomben sollte lediglich ein auf der Hügelkuppe errichtetes ‘Dach’ aus einer auf Stelzen stehenden Betonplatte gewährleisten. Ob das wohl funktioniert hätte? Insgesamt ist die Anlage sehr eigenwillig gebaut. Sie ist ringförmig angelegt und so breit, daß man mit dem Auto hineinfahren konnte. Das eigentliche ‘refugio’ war dann nur ein kleiner Raum, ein Durchgangszimmer, das gerade mal Platz für eine Sitzgruppe geboten haben kann, dafür aber mit einem Filtersystem gegen Gasangriffe und angeschlossenenem WC ausgestattet war. Dadurch wird klar, daß es sich hier um kein Notquartier gehandelt haben kann, sondern höchstens um einen Unterstand bei Fliegeralarm. Leider weiß man nichts Genaues über Einrichtung und Nutzung des Baus, es wird jedoch angenommen, daß die Königsfamilie 1943 während der Bombardierung von San Lorenzo dort Zuflucht suchte. Also kein Bunker, aber dennoch sehr sehenswert! Außerdem nutzte ich meinen Ausflug in diese Gegend Roms für einen Besuch im Stammhaus meiner Lieblings-Eisdiele Fatamorgana. Sie haben umgebaut, und alles wirkte ein bißchen moderner, doch wie früher gab es dort die ultimative Auswahl an Eissorten. Ich konnte gar nicht anders, als noch einen Nachschlag zu nehmen!


Leave a comment

Drei-Länder-Urlaub 2: Italien – Weinberge, Pool und Langobarden

Als nächstes gönnten wir uns drei Tage im italienischen Friaul. Durch Zufall waren wir auf ein traumhaftes Agriturismo gestoßen – ein wahres Juwel! Unser Domizil war ein abgelegenes Weingut in der Nähe von Faedis, in einem alten, unheimlich geschmackvoll eingerichteten Steinhaus inmitten der Weinberge. Das Highlight aber war der umwerfend schöne Pool mit weitem Blick über die Ebene und bei klaren Wetter auf die Berge am Horizont. Von diesem Pool konnten wir gar nicht genug bekommen und reduzierten sogar unser Ausflugsprogramm auf ein Minimum, nur damit wir soviel Zeit wie möglich in diesem Paradies verbringen konnten. Am ersten Tag hatten wir den Pool sogar ganz für uns allein – herrlich! Abends genossen wir auf der Terrasse den hauseigenen Wein und kosteten das vorzügliche hauseigene Olivenöl. Nur einmal wurde unsere Idylle kurz getrübt, als plötzlich ein kleiner Skorpion unter dem Sofa hervorgeschossen kam – wahrscheinlich genau so erschrocken über uns wie wir über ihn… Zum Glück ließ er sich gut einfangen und nach draußen umsiedeln (während ich sicheren Abstand hielt ;-) ).

Ein Ausflugsziel wollte ich trotz Pool aber auf keinen Fall auslassen: Cividale und seinen langobardischen Tempietto. Schließlich waren die Langobarden in etwa Zeitgenossen der Umayyaden, und in der kleinen, ungewöhnlicherweise mit Stuck verzierten Kirche, die man als Palastkapelle deutet, finden sich teilweise dieselben Ornamente wie im Stuckdekor der umayyadischen Wüstenschlösser. Wie läßt sich dieser “stucco belt” im 8. Jh. erklären? Dieses Rätsel konnten wir bei unserem Besuch natürlich auch nicht lösen. Dafür konnten wir im Museum schier endlose Fibeln und andere Grabbeigaben aus den langobardischen Nekropolen der Stadt bewundern. Und auch sonst war Cividale ein reizendes kleines Städtchen mit seinen kleinen mittelalterlichen Häuschen am türkis-blauen Natisone (der uns später in Slowenien als Nadiža wiederbegegnen sollte).

Ein weiterer Ausflug führte uns in die venezianische Festungsstadt Palmanova. Die im späten 16.-17. Jh. errichtete Stadt ist winzig, als Planstadt aber vollkommen regelmäßig angelegt mit Straßen, die radial von einem zentralen Platz ausgehen, und sternförmigen Befestigungsanlagen, die immer wieder nach dem neuesten Stand ausgebaut wurden. Wir spazierten auf den Wällen und im Graben herum und genossen das italienische Leben in der erstaunlich wuseligen Miniaturstadt.

Und zum dolce vita unser Soundtrack des Spätsommers: Quello che resta del sole…


Leave a comment

Roma con gli studenti IV: Tutto il resto

Neben den Geländebegehungen ergänzten zahlreiche Museumsbesuche unser Besichtigungsprogramm in Rom. In den Museen verteilten wir immer Aufgaben, so daß jeder mal drankam. Nur in den Vatikanischen Museen konnten wir unser gewohntes Vorgehen nicht durchziehen, denn die Menschenmassen, die sich durch das Museum schieben, haben sich in den letzten Jahren nochmal unfaßbar potenziert. So war schlicht kein Innehalten mehr möglich. Den Vatikan kann man sich als Gruppe also getrost sparen! Nachdem ich einigen Exkursionsteilnehmern im Cortile del Belvedere noch die Sarkophage erklärt hatte, trennten sich daher unsere Wege, und alle konnten einen freien Nachmittag genießen. Ich machte noch einen Umweg über die Raffael-Stanzen – trotz Gedränge beeindruckend in ihrer Farbigkeit – und nutzte dann meine freie Zeit unter anderem für einen Besuch in meiner Lieblings-Gelateria Fata Morgana. Die hat inzwischen mehrere Filialen in der Stadt, und mein Lieblings-Gusto “Kentucky” (Schokolade mit Tabak) schmeckt nun auch nahe der Spanischen Treppe unglaublich gut :-)

Wieder vereint erschloß sich unsere Gruppe auf zwei Stadtspaziergängen die Topographie der urbs. Zunächst marschierten wir die Servianische Stadtmauer vom Largo Susanna bis zum Auditorium des Maecenas ab und vergegenwärtigten uns dabei immer wieder, ob wir gerade innerhalb oder außerhalb der republikanisch-augusteischen Stadt standen. Für mich ein besonderes Highlight war dann unser Spaziergang rund um den Testaccio bis zur Tiberinsel. Neu als kleiner archäologischer Park hergerichtet, den ich auch noch nicht kannte, sind die Ruinen der sogenannten Porticus Aemilia. Was war dieses monumentale Bauwerk in Tibernähe, dessen Grundriß auf der Forma Urbis überliefert ist und das bis vor Kurzem als sicher datiertes, frühestes Beispiel für Retikulatmauerwerk galt: eine Portikus ungewöhnlicher Form, ein Getreidespeicher (horreum), Schiffshäuser (navalia) oder noch was anderes? Nachdem an der Tiberinsel nicht nur das Ende unseres Tiberspaziergangs, sondern auch unserer Exkursion erreicht war, stattete ich noch der Fontana di Trevi den obligatorischen Besuch ab. Diesmal kam ich allerdings nicht dazu, meine Münze ins Wasser zu werfen, denn der Brunnen wird gerade restauriert. Vor einem Foto des zentralen Neptun mit kleinem Wasserbecken davor hätte ich zwar die Möglichkeit gehabt, mit dem Selfie-Stick ein Foto von meinem Münzewurf zu machen – aber ich lehnte dankend ab und hoffe, daß ich trotzdem bald wieder nach “bella Roma” kommen werde!


Leave a comment

Roma con gli studenti III: Nel suburbio

Rom war natürlich nicht nur wunderschön, sondern auch unerträglich heiß. Also nichts wie raus aus der Stadt und weg von den ganzen Autos, dem Lärm und dem Trubel! Mit Metro und Bus fuhren wir bis zur Kreuzung der Via di Tor Carbone mit der Via Appia antica, um von dort stadteinwärts zu wandern. Es war himmlisch ruhig auf der Via Appia! Wir erkundeten zunächst die von Luigi Canina Mitte des 19. Jhs. pasticciohaft neu zusammengesetzten Grabbauten und grübelten über Statuen- und Relieffragmente am Wegesrand. Bei Capo di Bove besichtigten wir im neuen Besucherzentrum die Fundamente einer Villa des 2. Jhs., und am Mausoleum der Caecilia Metella wurden schließlich Aufgaben verteilt: jeder dürfte ein Stück der in der Fassade des Castrum Caetani verbauten Skulpturen- und Ornamentfragmente bestimmen. Für mich war es der schönste Tag der Exkursion – es gab einfach soviel zu entdecken und das ganz ohne hilfreiche Schildchen, die einem die Antwort vorsagen!

Als Abschluß unseres Appia-Spaziergangs hätten wir eigentlich das Scipionengrab besuchen sollen. Aber was wäre ein Romaufenthalt ohne sciopero der Verkehrsbetriebe, der just für den Tag angesetzt war, an dem wir die Via Appia geplant hatten. So sahen wir uns gezwungen, unsere Wanderung vorzuverlegen, und hatten am Ende des Tages plözlich noch etwas Zeit, die wir flugs mit einem Besuch an der Porta Maggiore und dem Grabmal des Eurysaces ausfüllten, sowie – als wirklich allerletzten Gräbern des Tages ;-) – den Grabhäuschen in der Via Statilia mit ihren Fensterguckern.

Das Scipionengrab holten wir dann wie geplant am nächsten Tag nach. Seit einigen Jahren wieder zugänglich, wenn auch nur mit Voranmeldung, ist nun nicht nur das Hypogäum selbst hergerichtet und stimmungsvoll beleuchtet, sondern auch der Platz davor mit einem kleinen Columbarium.

Noch weiter hinaus aus der Stadt ging es wiederum einen Tag später, nämlich nach Palestrina. Wenn man sich mit dem Bus nähert, sieht man schon von weitem das monumentale Heiligtum der Fortuna Primigenia, das noch immer eindrucksvoll die gesamte Stadtanlage dominiert. Im Museum war, wie auch in vielen anderen Museen in Rom, ausdrücklich die Benutzung von Selfie Sticks verboten. Die scheinen zu einer richtigen Plage geworden zu sein. In der Stadt sind sogar die ehemaligen Regenschirm-Verkäufer und lebendigen Statuen auf die nervigen Teleskopstanden umgestiegen. Ich bin trotzdem nicht schwach geworden ;-) Auch ohne ständiges Selbstfotografieren machten sich im Museum jedoch schnell ernsthafte Erschöpfungserscheinungen in der Gruppe bemerkbar – es war schließlich auch schon unser vorletzter Tag. Mit Mühe konnten wir noch einen Blick auf die Funde aus den republikanischen Nekropolen und das berühmte Nilmosaik werfen. Also schnell zur Stärkung noch ein panino con porchetta, ehe wir den Heimweg antraten.


Leave a comment

Roma con gli studenti II: Il Campo Marzio

Immer noch meine absolute Lieblingsgegend in Rom: Das Marsfeld. Wir begannen ganz republikanisch am Largo di Torre Argentina mit seinen vier Tempeln und arbeiteten uns über das Balbustheater und die Agrippathermen zum Pantheon mit seinem schier unerträglichen Touristenrummel vor. Im Keller einer Trattoria nahe dem Campo dei Fiori erkundeten wir die Gewölbe des Pompeiustheaters. Auf der Piazza Montecitorio erläuterte uns dann die Astrologin in unserer Gruppe, wie genau die Sonnenuhr bzw. die Meridianlinie des horologium Augusti funktionierte. Nach einem Eis bzw. für mich einem cremigem cappuccino d’orzo – mein neues Lieblingsgetränk – bei Giolitti ging es weiter zum Augustusmausoleum und der Ara Pacis. Zuletzt galt es dann schließlich noch die Frage zu klären, was genau eigentlich die Pasquino-Gruppe darstellt, an deren Sockel früher, wie bisweilen noch heute, anonyme Spottgedichte, die pasquinate, angebracht werden. Und was wäre ein Tag auf dem Marsfeld ohne ein Cappuccino – diesmal ein echter ;-) – bei S. Eustacchio – für mich immer noch der beste Cappuccino der Welt und unwiderstehlich gut!


Leave a comment

Roma con gli studenti I: Nel centro del potere

Ende Juni unternahmen wir eine zehntägige Exkursion nach Rom. Elf motivierte, wissensdürstige Studierende machten sich auf, mit uns die Ewige Stadt zu erkunden. Besonderes Augenmerk legten wir auf die republikanische und augusteische urbs, auch wenn wir die bedeutenden Monumente anderer Epochen natürlich nicht ganz links liegen lassen konnten. Mir machte es jedenfalls ausgesprochen Spaß, mal nicht nur die absoluten Highlights der antiken Stadt zu betrachten, sondern ganz bewußt bei den frühen Monumenten ganz genau hinzuschauen.

Bei strahlendem Sonnenschein begann unsere Tour dort, wo Roms Stadtwerdung ihren Ausgang nahm, auf das Forum Boarium an der ehemaligen Tiberfurt. Frisch renoviert erstrahlen die Tempel in neuem Glanz, während sich bei Sa. Maria in Cosmedin die Touristen schon zu früher Stunde die Beine in den Bauch stehen, um ihr Schicksal am Bocca della Verità zu testen. Nach der Mittagspause überraschte uns der angekündigte Regen leider nicht, wie geplant, in den Capitolinischen Museen, sondern am Fuß der Treppe zum Capitol. Vollkommen durchnäßt mußten wir den Rückzug antreten und am Nachmittag einen zweiten Anlauf hinauf zu Roms kultischem Zentrum unternehmen. Vom Tabularium aus blickten wir auf das in Regenwolken gehüllte Forum. Bei besserem Wetter holten wir an einem anderen Tag schließlich das Versäumte nach.

Am nächsten Tag präsentierte sich das Forum jedenfalls wieder in schönstem Sonnenschein. Das frühe politische Zentrum rund um lapis niger und Curia konnten wir wegen Grabungen zwar nicht besichtigen, dafür war aber die Iuturna-Quelle neu hergerichtet, ihr Statuenschmuck war im Tempel des Romulus. In einer kurzen Pause blieb mir sogar genug Zeit für einen schnellen Spaziergang im Garten des wieder zugänglichen Hauses der Vestalinnen. Dann ging es hinauf auf den Palatin, in die neu aufbereiteten Häuser des Augustus und der Livia (in denen man leider nicht fotografieren dürfte). Wir genossen den Blick auf das Forum und die vielen Möwenfamilien, die praktisch auf jeder Säule und jedem erhabenen Stein wohnen und die Katzen als ständige Bewohner der Ruinen abgelöst zu haben scheinen.

Der Beginn der Kaiserzeit brachte auch einen neuen Bautypus: das Kaiserforum. Gerade wird in Rom am Caesar- und Augustusforum allabendlich ein Spektakel mit Licht und Projektionen aufgeführt, das die beiden Platzanlagen vor den Augen der Zuschauer in 3D wieder auferstehen lassen soll. Wir schenkten uns die Vorführungen, nutzen aber dankend die dafür aufgebauten Tribünen, während wir dem Referat zum Thema lauschten.