Häferlkaffee


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Bamberg

Vorerst letzte Station meiner diesjährigen Bayerntournee war Bamberg, wo ich in der letzten Woche des bayerischen Semesters einen Vortrag im Rahmen des Archäologischen Kolloquiums halten dürfte – und zwar dort, wo sich einst wohlhabende Bamberger Bürger vermählten, im Hochzeitshaus (Bild 1 – es ist das höchste Haus auf dem Bild, direkt an der Regnitz). Nach einem sehr netten Abend mit Kollegen hängte ich zum Familienbesuch noch einen Tag dran. Detlef führte mich kreuz und quer durch die Stadt in all ihre sehenswerten Winkel. Ein Highlight war natürlich der Domplatz: die Neue Residenz mit ihrem von meinem Vorfahr Melchior Steidl ausgemalten Kaisersaal (Bilder 2-5) und dem Rosengarten (Bild 6), der Alten Hofhaltung (rechts in Bild 7) und dem 1002-1012 unter Heinrich II. erbaute Dom (links in Bild 7) mit dem Hochgrab des heiligen Kaiserpaares Kunigunde und Heinrich II.  (Bild 8) sowie dem geheimnisvollen Bamberger Reiter, dessen Identität bis heute nicht abschließend geklärt ist (Bild 9). Unten in der Stadt befindet sich in der Universität der am Ende des 18. Jhs. angelegte Vogelsaal des Naturkundemuseums, ein wunderbares klassizistisches Kleinod (Bild 10). Vom ehemaligen Kloster St. Michael hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt (Bilder 11-13; in Bild 6 Blick auf den Michelsberg aus dem Rosengarten). Wir erkundeten noch die lustigen Gesellen im Kreuzgang des Karemilitenklosters aus dem 12. Jh. (Bild 14), ehe wir den Tag bei einem Rauchbier auf dem Keller der Spezial Brauerei mit Blick auf die Stadt ausklingen ließen (Bild 15). Ein richtiger kleiner Urlaub bei traumhaftem Sonnenschein!


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Megalomanie

Am Rande eines Familienfestes fuhren wir nach Nürnberg. Hier besuchten wir das Gelände, wo die NSDAP von 1933-1938 ihre Reichsprteitage abhielt. Für diese Großveranstaltungen, zu denen bis zu 1 Millionen Menschen nach Nürnberg anreisten, wurden rund um den Dutzendteich – mit von KZ-Häftlingen geschlagenen Steinen – einige Monumentalbauten nach dem Entwurf von Albert Speer errichtet. Allerdings wurde dieses Megaprojekt nie fertig. Der Sitzungssaal der gewaltigen Kongreßhalle, die 50.000 Menschen fassen sollte und heute das größte erhaltene Gebäude der NS-Zeit ist, wurde nie überdacht und blieb ein offener Hof mit unverputzten Ziegelwänden (Bilder 1-2). Beim Stadion, das sogar 400.000 Menschen Platz bieten sollte, kam man über den Grundstein nicht hinaus (Bild 3). Fertig wurde jedoch das Zepellinfeld, ein Aufmarschplatz für 100.000 Menschen, samt monumentaler Rednertribüne nach Vorbild des Pergamonaltars für weitere 60.000. In den Türmen der Platzeinfassung befanden sich übrigens – Toiletten (Bilder 4-6). Auf der 60 m breiten Großen Straße, der zentralen Achse des Geländes, finden heute Volksfeste statt (Bild 7). Von dem doch recht langen Spaziergang mußten wir uns dann erstmal in der Stadt bei Nürnberger Bratwürsteln und Sauren Zipfeln, in einem Sud aus Wein und Zwiebeln gekochten Würsteln, für das abendliche Familienfest stärken (Bild 8) ;-)


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Zwischen Regen und Donau

Letzte Woche war ich in Regensburg zu einem Vortrag eingeladen. Daneben blieb sogar noch ein bißchen Zeit durch die hübschen Gässchen zu schlendern, und so war diese Vortragsreise bei herrlichem Wetter fast wie ein kleiner Urlaub ;-) Eigentlich bin ich ja nur ein paar km donauaufwärts gefahren und war im ehemaligen Limeskastell Castra Regina, 179 n. Chr. für die Legio III Italica am Zusammenfluß von Regen und Donau angelegt. Vom Legionslager sind heute noch die Porta Praetoria und Teile der Außenmauern in der Altstadt erhalten (Bilder 2-3). Ich besuchte romanische Gesellen an der wilden Fassade der Schottenkirche St. Jakob (Bilder 4-5) und gotische Gesellen am fantastischen Dom (Bilder 1 und 6) und begegnete an einer Straßenecke einer schamlosen Trunkenen Alten (Bild 7). Außerdem besichtigte ich im Alten Rathaus den Sitzungssaal des Immerwährenden Reichstags, der Versammlung der Kürfürsten, Fürsten und freien Städte des Heiligen Römischen Reiches, die den Kaiser beriet – 1663 aufgrund der Türkenbedrohung einberufen wurde er erst 1803 wieder aufgelöst (Bilder 8-9). Zum Schluß gönnte ich mir an der Steinernden Brücke beim berühmten Wurstkuchl noch eine unwiderstehliche Semmel (Bilder 10-11).


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Auf nahöstlichen Spuren in München

Ausflug nach München zum interdisziplinären Forum “Forschung zur Kunst und Kultur des Nahen Ostens – zwischen allen Stühlen oder mittendrin?” (s. pdf). Wohlgemerkt: Forschung heute, nicht Kunst heute – also eine gute Gelegenheit, die neusten Gedanken zu meinem Wüstenschloß auszuprobieren. Mein Vortrag traf zwar auf viel Kritik, aber dafür war der Austausch mit den vielen Kollegen umso netter!

Trotz dichtem Programm blieb sogar noch etwas Zeit, die Stadt zu erkunden: die Pinakothek der Moderne (Bilder 1-2), mittelalterliche Elfenbeine und Renaissancebronzen im Bayerischen Nationalmuseum (Bilder 3-4), und dann besuchte ich die Surfer am Eisbach, die sich auch von den eisigen Temperaturen nicht abhalten ließen (Bilder 5-7). Ich hingegen mußte mich einwenig aufwärmen, und zwar in der Münchner Variante der Alsterperle, einem zum “Fräulein Grüneis” umgebauten Klohäuschen, mit heißem Apfelsaft mit Calvados und Brownie (Bild 8). Am Rosenmontag machte dann auch München wenig überzeugend auf Karneval (Bild 9), und das alles bei klirrender Kälte…

Programm_Forum_zur_Kunst_und_Kultur_des_Nahen_Ostens_heute_aktuell.pdf


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Tiroler Wanderslust

Unser diesjähriger Urlaub führte uns mal nicht ans Meer, sondern in die Berge nach Tirol, ins schöne Innsbruck (Bild 1). Am ersten Tag besuchten wir Ötzi in Bozen – und natürlich dürfte man in dem aufgeblähten Museum von der Mumie und ihren Habseligkeiten keinerlei Fotos machen (Bild 2-3). Wir spazierten bei Dolomitenblick im Park am Fluß Talfer entlang (Bild 4), erkundeten das Faschistenviertel mit monumentalem Triumphbogen (Bild 5-6) und flohen vor der unglaublichen Hitze in das schöne neue Museum für zeitgenössische Kunst (Bild 7).

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Am nächsten Tag mieteten wir ein Auto. Unsere erste Tour führte uns von Obern bei Leutasch zur Rauthhütte auf 1605 m Höhe (Bild 1). Ungeübt keuchten wir den Berg hinauf und wurden dafür mit schönem Alpenpanorama (Bild 2) und einem Blick auf die Zugspitze belohnt (Bild 3). Beinahe wären wir noch auf die Hohe Munde hinaufgestiegen ;-) (Bild 4), aber da Christians Wanderschuhe gerade dasselbe Schicksal ereilten wie meine damals in der Wachau, wanderten wir doch lieber über Wiesen und Hochmoore zurück ins Tal.

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Als nächstes verbrachten wir einen Vormittag in Innsbruck auf dem Bergisel und konnten endlich das Riesenrundgemälde von 1896 im neu errichteten Museum sehen (Bilder 1-3). Es zeigt die Schlacht am Bergisl von 1809, als die Tiroler Napoleons Armee und deren Verbündete, die Bayern und Sachsen, vertrieben. Im Stift Wilten verschanzten sich damals die Napoleonischen Truppen (Bild 4) – heute liegt es im Industriegebiet (Bild 5 zeigt den Blick aus dem benachbarten Kaiserjägermuseum). Am nachmittag ging es dann nach Haiming zum Wildwasserrafting auf dem Inn, die Imster Schlucht entlang – der Ausblick auf die wilde Landschaft war sensationell, und die Stromschnellen entlang zu paddeln – von denen es leider viel zu wenige gab ;-) – machte richtig Spaß und Lust auf mehr! (Das Apfeldenkmal am Orteingang kann es übrigens durchaus mit demjenigen von Resen aufnehmen ;-) – Bild 6)

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Am nächsten Tag ging es in aller Frühe an den Achensee, auf dem dramatischen Wanderweg das Ufer entlang von Pertisau nach Achenkirch (Bild 1), mit kurzer Rast an der Gaisalm (Bild 2). Schließlich stiegen wir noch zur Koglalm hinauf – eine wahre Bilderbuchalm, wo wir zwei verwaiste Liegestühle in Beschlag nahmen und uns erstmal von den Strapazen des Aufstiegs einwenig ausruhten (Bilder 3-4), bevor wir schließlich das Boot wieder zurück nach Pertisau nahmen (Bild 5).

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Dann kam das Highlight unserer Reise: im Ötztal fuhren wir mit der Seilbahn auf die Hohe Mut hinauf (Bild 1). Hier erwartete uns in 2650 m Höhe ein umwerfender Blick auf den Ötztaler Gletscher (Bilder 2-3). Wir wanderten dem Gletscher entgegen (Bild 4), in immer steinigerem Gelände, bis zum Rotmoosferner auf 2700 m Höhe (was bei der dünnen Luft aber wie ein viel höherer Aufstieg wirkte ;-) – Bild 5). Dann ging es hinab in das hoch gelegene Rotmoostal (Bilder 6-7) bis zur Schönwiesalm. Die ganze Zeit hatten wir die Alm im Blick, doch der Weg zog sich… Erschöpft kehrten wir in der Hütte ein, bevor wir durch den Zirbenwald und an Wasserfällen vorbei hinab ins Tal stiegen (Bilder 8-9).

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Am Freitag flohen wir dann vor dem regnerischen Tiroler Wetter nach Bayern und fuhren bei Rosenheim mit der Zahnradbahn – die übrigens gerade ihr hundertjähriges Bestehen feiert – auf den Wendelstein (Bilder 1-2). Wir erklommen auch noch den Gipfel, wo man aus 1838 m Höhe einen fantastischen Blick über das Bayrische Voralpenland, die Bayrischen und Tiroler Alpen hat (Bilder 3-5). Wir besichtigten noch die Wendelstein-Höhle (Bild 6), bevor es in strammem – und vor allem steilem – Marsch über 1300 Höhenmeter zurück hinunter ins Tal ging.

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Am letzten Tag stiegen wir bei unbeständigem Wetter durch die Wolfsklamm (Bilder 1-2) auf den Georgenberg (Bild 3), wo wir uns zum Abschied in der Wallfahrtsgaststätte Tiroler Schmankerln gönnten: Schlutzkrapfen (Bild 4, im Vordergrund) und sauren Graukas (im Hintergrund).

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