Häferlkaffee

Spätantike visuelle Kultur in Durham

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Ende März war ich auf der Theoretical Roman Archaeology Conference in Durham, wo ich zusammen mit einem Kollegen eine Session zur visuellen Kultur der Spätantike vorbereitet hatte. Mit unserem Thema waren wir zwar einwenig die Außenseiter auf der vor allem (provinzial)römischen Tagung. Doch unsere internationale Gruppe mit sogar aus China und den USA eingereisten Gästen war sehr diskussionsfreudig (wofür im straffen Konferenzplan leider viel zu wenig Zeit blieb) und machte gleich Lust auf mehr!

Wir wohnten in einem ehrwürdigen, aber nicht besonders alten College der Uni, wo es zunächst ein Rätsel zu lösen gab: Vor dem Haus sitzt nämlich ein Hirsch, dessen Augen, als wir ankamen, mit einem merkwürdigen Turban aus Sackleinen verbunden waren. Am Tag vor unserer Abreise war die Augenbinde plötzlich verschwunden. Ein Studentenstreich zum Semesterende? Nein – wie der Portier des College aufklärte: Etwa viermal im Jahr werden dem Hirsch von übermütigen Studenten die Hörner abgebrochen und sogleich wieder ersetzt. Und während der Klebstoff der neuen Hörner trocknet, werden diese mit dem Turban fixiert. Also doch ein Studentenstreich, nur etwas anders als gedacht ;-)

Obwohl das College nur wenige Gehminuten von den Konferenzräumen entfernt lag, blieb nebenbei noch einwenig Zeit, um die Stadt zu erkunden. Das Herz Durhams ist die normannische Kathedrale aus dem späten 11.-12. Jh., die sich auf einem hoch aufragenden Felsen in einer Schleife des Flusses Wear befindet. Im Innern des imposanten Gebäudes läßt sich der Wechsel von der Romanik zur Gothik nachverfolgen, als nämlich im 13. Jh. Chor und Apsis in gothischem Stil erneuert und an die bestehende romanische Kirche angefügt wurden. In einem kleinen Museum, in dem man leider nicht fotografieren durfte, sind beeindruckende angelsächsische Steinmonumente ausgestellt, die sich mit ihren belebten Weinranken und Ornamenten perfekt in das Thema unserer Session eingefügt hätten. Einen eindrucksvollen Kontrast dazu bildet das brutalistische Ensemble am Fuß der Kathedrale. Das leider abrißgefährdete, 1965 errichtete Dunelm House der Students’ Union schmiegt sich am Flußufer über mehrere Terrassen an den Hang. Daneben führt die Kingsgate Bridge über den Fluß zur Kathedrale.

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