Häferlkaffee

Drei-Länder-Urlaub 2: Italien – Weinberge, Pool und Langobarden

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Als nächstes gönnten wir uns drei Tage im italienischen Friaul. Durch Zufall waren wir auf ein traumhaftes Agriturismo gestoßen – ein wahres Juwel! Unser Domizil war ein abgelegenes Weingut in der Nähe von Faedis, in einem alten, unheimlich geschmackvoll eingerichteten Steinhaus inmitten der Weinberge. Das Highlight aber war der umwerfend schöne Pool mit weitem Blick über die Ebene und bei klaren Wetter auf die Berge am Horizont. Von diesem Pool konnten wir gar nicht genug bekommen und reduzierten sogar unser Ausflugsprogramm auf ein Minimum, nur damit wir soviel Zeit wie möglich in diesem Paradies verbringen konnten. Am ersten Tag hatten wir den Pool sogar ganz für uns allein – herrlich! Abends genossen wir auf der Terrasse den hauseigenen Wein und kosteten das vorzügliche hauseigene Olivenöl. Nur einmal wurde unsere Idylle kurz getrübt, als plötzlich ein kleiner Skorpion unter dem Sofa hervorgeschossen kam – wahrscheinlich genau so erschrocken über uns wie wir über ihn… Zum Glück ließ er sich gut einfangen und nach draußen umsiedeln (während ich sicheren Abstand hielt ;-) ).

Ein Ausflugsziel wollte ich trotz Pool aber auf keinen Fall auslassen: Cividale und seinen langobardischen Tempietto. Schließlich waren die Langobarden in etwa Zeitgenossen der Umayyaden, und in der kleinen, ungewöhnlicherweise mit Stuck verzierten Kirche, die man als Palastkapelle deutet, finden sich teilweise dieselben Ornamente wie im Stuckdekor der umayyadischen Wüstenschlösser. Wie läßt sich dieser “stucco belt” im 8. Jh. erklären? Dieses Rätsel konnten wir bei unserem Besuch natürlich auch nicht lösen. Dafür konnten wir im Museum schier endlose Fibeln und andere Grabbeigaben aus den langobardischen Nekropolen der Stadt bewundern. Und auch sonst war Cividale ein reizendes kleines Städtchen mit seinen kleinen mittelalterlichen Häuschen am türkis-blauen Natisone (der uns später in Slowenien als Nadiža wiederbegegnen sollte).

Ein weiterer Ausflug führte uns in die venezianische Festungsstadt Palmanova. Die im späten 16.-17. Jh. errichtete Stadt ist winzig, als Planstadt aber vollkommen regelmäßig angelegt mit Straßen, die radial von einem zentralen Platz ausgehen, und sternförmigen Befestigungsanlagen, die immer wieder nach dem neuesten Stand ausgebaut wurden. Wir spazierten auf den Wällen und im Graben herum und genossen das italienische Leben in der erstaunlich wuseligen Miniaturstadt.

Und zum dolce vita unser Soundtrack des Spätsommers: Quello che resta del sole…

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