Häferlkaffee

Mauthausen

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Über Mauthausen zu schreiben fällt mir schwer. Zu belastend und beschämend ist das Grauen, das durchdachte, perfide durchorganisierte Leiden und Töten, das sich in dem ehemaligen KZ noch gut nachverfolgen läßt. Aber darüber möchte ich hier gar nicht schreiben – es ist hinlänglich bekannt, was sich in solchen Vernichtungslagern abgespielt hat.

Lieber kommentiere ich die in Mauthausen gepflegte Erinnerungskultur. Mauthausen ist die einzige Gedenkstätte dieser Art in Österreich (die zugehörigen Zweig- und Außenlager sind nicht erhalten). Dennoch fährt dort kein Bus hin. Wer die Gedenkstätte besuchen will, muß fast 2 km den Berg hinauf wandern oder mit dem Auto fahren. Während man sich in Deutschland – vor allem in Berlin – ja manchmal vor Mahnmalen und Gedenktafeln kaum retten kann, sind in Österreich Monumente, die der Verbrechen der Nazizeit gedenken, doch eher spärlich gesäht. Diese andernorts schmerzlich fehlenden Monumente scheinen nun alle in Mauthausen zu sein – fast jedes Land und jede Opfergruppe hat dort in einem regelrechten “Mahnmalhain” ihr eigenes Denkmal. Die meisten Monumente sind schon älter – einige Staaten, deren Mahnmale dort stehen, gibt es nicht mehr -, andere Monumente – von neu gegründeten Staaten – sind erst in jüngerer Zeit hinzugekommen. Und jedes Land pflegt die Erinnerung auf seine eigene Weise. So ist Mauthausen auch ein wahres Museum der Erinnerungskultur.

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