Häferlkaffee

Zu Besuch bei Shakespeare

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Von Birmingham aus machte ich auch einen Abstecher in Shakespeares Heimatort Stratford-upon-Avon. Das mußte einfach sein, schließlich ist gerade Shakespeare-Jahr! Vor genau 400 Jahren starb der Barde. Stratford ist ein beschauliches kleines Städtchen mit vielen Fachwerkhäusern. Im Laufe des Tages füllt es sich aber ziemlich, denn seit dem 18. Jh. steht dort alles im Zeichen des Shakespeare-Kultes! Ich kam zum Glück relativ früh in Stratford an und ging sofort zur Holy Trinity Church am Ufer des Flusses Avon, in deren Chorraum Shakespeare und seine Familie begraben liegen. So konnte ich Shakespeares Grab noch einigermaßen in Ruhe besuchen, ohne allzu große Touristenmassen. Es war schon irgendwie ein erhebendes Gefühl, dem Barden so nahe zu sein, der einem von seinem posthumen Bildnis an der Wand aus zulächelt! Danach machte ich mich daran, die Fachwerkhäuser in der Stadt zu erkunden, die angeblich einen Bezug zu Shakespeare haben. Etwas verloren steht Shakespeares angebliches Geburtshaus in einer Fußgängerzone im Stadtzentrum. Dort ist man ganz auf den Ansturm der Massen vorbereitet: dicht an dicht drängt man sich entlang einer vorgegebenen Route zwischen nachgebauten Möbeln durch die Zimmer und versucht hie und da den Guides in historischen Kostümen zu lauschen, die einem das Leben der Shakespeare-Familie näherbringen möchten. Im benachbarten Visitors’ Center ist ein kleines Museum zur weltweiten Shakespeare-Rezeption eingerichtet – eigentlich ganz nett. Im Garten rezitierte eine Schauspielerin Shakespeare-Verse. Weitaus stimmungsvoller war Hall’s Croft, in der Shakespeares Tochter Susanna mit ihrem Mann, dem Arzt John Hall, gelebt haben soll. Etwas abseits gelegen verirrte sich dort schon kaum noch jemand hin. Dabei waren dort immerhin echte historische Möbel ausgestellt, die einen weitaus besseren Eindruck von der Wohnkultur der Zeit vermitteln konnten. Und der zugehörige Garten war wunderschön! Als Haus gefiel mir am besten jedoch das sog. Harvard House. Es wurde Ende des 16. Jhs. von dem Fleischer und Viehhändler Thomas Rogers errichtet, der ein Bekannter von William Shakespeares Vater John und Großvater von John Harvard, einem der Gründer der Harvard-Universität, war. Es ist heute im Besitz der Harvard-Uni, nachdem es Anfang des 20. Jhs. ein amerikanischer Millionär erworben und der Uni überlassen hat. Nur ausnahmsweise war es auch von innen zu besichtigen und daher nur notdürftig eingerichtet. Das eigentlich Faszinierende war aber die Fassade mit ihrem geschnitzten Dekor, der zum Teil auf den Beruf des Bauherrn anspielt. Danach schlenderte ich noch ein bißchen durch die Straßen und hübschen kleinen Geschäfte, bis es mir dann doch zu voll wurde in der Stadt. Ganz beseelt von meinem gelungenen Besuch bei Shakespeare fuhr ich nach Birmingham zurück.

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