Häferlkaffee

Campus Life in den Western Midlands: Warwick und Birmingham

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Mitte Mai fuhr ich zu einer Tagung an die University of Warwick und verbrachte dort zum allerersten Mal einige Tage und Nächte an einer echten Campus-Uni. Bei der Uni von Warwick handelt es sich um eine Neugründung aus den 1960er Jahren auf der grünen Wiese, paradoxerweise näher an Coventry als an Warwick. Das Zentrum des entsprechend vollkommen modernen Campuses bildet das Gebäude der Students’ Union mit einigen Restaurants und Cafés, es gibt einen Buchladen, einen Supermarkt und das “Art Center” mit einem Theater und einer Galerie, deren überraschend hochkarätig bestückte Ausstellung zeitgenössischer Kunst neben der Tagung das eigentlich Highlight des Campusaufenthalts war. Die Studierenden leben in Wohnheimen rund um die Uni-Gebäude. Abrupt ist dann der Übergang von der Campus-Zivilisation ins Grüne, wo Gänsefamilien über die Wiesen und Felder watscheln. Überhaupt bildete das viele satte Grün auf dem Campus einen angenehmen Kontrast zu unserem eigenartig fensterlosen Seminarraum.

Auf dem Hin- und Rückweg zur University of Warwick machte ich Station in Birmingham. Nach Budapest, was war das für ein Kontrast! Ich fand die Stadt – zumindest das Zentrum – ziemlich gruselig. Dort dominieren gigantische Shoppingcenter und Einkaufsstraßen mit Ladenketten. Das Areal um Museum und Town Hall, die im Stil eines römischen Podiumstempels erbaut ist, war wegen des Abbruchs der brutalistischen Stadtbibliothek gerade eine einzige Baustelle. Jenseits der Innenstadt, südlich von Birminghams Chinatown, wo das Hotel lag, in dem ich auf der Rückreise noch für zwei Nächte abstieg, befanden sich quasi nur Abrisshäuser, die als Parkplätze genutzt wurden. Dabei ist die alte Architektur der Stadt eigentlich ziemlich spektakulär: Neo-Gothik mit Anklängen von Jugendstil, Klassizismus der Viktorianischen Zeit, Hochhäuser im Art déco Stil, die mich nach Klein-New York versetzten, und vor allem Industriearchitektur aus dem frühen 20. Jh. – Garagen, Produktionshallen, Fabrikschlote -, leider nur allzu meist in sehr bedauernswertem Zustand. Im Stadtteil Digbeth ist wenigstens die Custard Factory als Kreativ- und Designzentrum wiederauferstanden. In diesem Stadtviertel findet auch ein alljährliches Street Art Festival statt, das überall an den Wänden seine bunten Spuren hinterlassen hat.

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