Häferlkaffee

Salzburg I: Von St. Peter auf den Festungsberg

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Ein langes Wochenende zum österreichischen Nationalfeiertag. Dazu traumhafter Sonnenschein. Und ich fuhr endlich mal nach Salzburg. Über der Stadt thront die Festung Hohensalzburg, wie ich schon bei meiner abendlichen Ankunft erkennen konnte. Dennoch begann ich am Samstag morgen meine Stadtbesichtigung zunächst in der Erzabtei St. Peter,  bereits Ende des 7. Jhs. gegründet das älteste Kloster im deutschsprachigen Raum. Ich erkundete den Friedhof, auf dem Mozarts Schwester Nannerl ebenso begraben liegt wie Haydns Bruder Johann Michael, einst Hofkomponist des Salzburger Erzbischofs, und seine “Katakomben”, in den Fels gehauene Räume – eine Kapelle und eine Grabkammer -, die jedoch nicht unterirdisch angelegt, sondern in luftiger Höhe in die Felswand geschlagen sind. Sie gehen möglicherweise ebenfalls bereits auf die Spätantike zurück und dienten ursprünglich vielleicht Einsiedlern als Zufluchtsort. In der Stiftskirche, in der auch einige “Römersteine” vermauert sind, ist in einem antiken Sarkophag der Heilige Rupert bestattet, der Schutzpatron der Stadt, erkennbar an seinem Salzfaß. Schließlich holte ich mir in der Stiftsbäckerei noch ein Holzofenbrot, bevor ich die Festung erklomm. Die auf das 11. Jh. zurückgehende Burganlage imponiert durchaus. Aus dem mittleren 12. Jh. stammt eine kleine Kapelle, von deren aufwendiger Wandmalerei noch einige spärliche Reste erhalten sind. Am meisten stach auf der Burg jedoch das Rübenwappen des Fürsterzbischofs Leonhard von Keutschach (1495-1519) ins Auge, mit dem dieser der Burg überall seinen Stempel aufgedrückt hatte. Der Fürsterzbischof ließ auch die Fürstenzimmer einrichten, deren kleinteiliger Dekor mit den verrücktesten Fabelwesen einem Gemälde Hieronymus Boschs entsprungen schien. Vom höchsten Turm der Festung genoß ich schließlich noch den fantastischen Rundumblick über Salzburg und Umgebung. Wieder zurück in der Stadt war es dann genau derselbe Blick, der sich mir auch im Rundgemälde von Johann Michael Sattler aus dem Jahr 1829 eröffnete, das in einem eigenen Panorama-Museum ausgestellt ist – nach Innsbruck und Waterloo – das dritte historische Panorama in meiner Sammlung. So unternahm ich ganz nebenbei eine kleine Zeitreise ;-)

 

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