Häferlkaffee

Tag des offenen Denkmals in NRW: Von römischen Kalköfen bis Astropeiler

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Als ich in Aachen war, war zufällig auch gerade Tag des offenen Denkmals. Da dies mein erster Denkmaltag in NRW war, gab es eine Menge zu entdecken. Wir begannen mit dem Bunker Isweiler bei Frauwüllesheim im Kreis Düren. Der kleine unterirische Bunker war 1939 als Kommandostand für verschiedene Flak-Batterien in der Umgebung gebaut worden. Heute nutzt ihn ein Verein für Luftkriegsgeschichte, der sich hauptsächlich damit beschäftigt, das Schicksal vermisster Besatzungen von Flugzeugabstürzen aus dem 2. Weltkrieg aufzuklären. Die Vereinsmitgleider führten durch den engen Bunker und erläuterten die diversen darin ausgestellten, durch den Verein geborgenen Wrackteile.

Eine wahre Entdeckung war dann die römische Kalkbrennerei in Iversheim bei Bad Münstereifel. Dort wurde bei Bauarbeiten eine antike Kalkfabrik entdeckt, bestehend aus sechs nebeneinander liegenden Kalkbrennöfen. Darin wurde vermutlich in der Zeit von 150-300 n. Chr. von Soldaten der Legio XXX Ulpia Victrix und der Legio I Minervia Kalk aus Dolomit gebrannt, der in Steinbrüchen oberhalb der Fabrik abgebaut wurde. Drei der Kalkbrennöfen sind heute in einem Schutzbau erhalten, ein vierter wurde restauriert, um darin den Brennvorgang experimental nachzuvollziehen. Auch an den konservierten Öfen läßt sich die Funktionsweise mit einer umlaufenden aufgemauerten Bank, auf der ein Lehrgerüst aus Holz auflag, auf dem dann wiederum aus dem Dolomitgestein ein selbsttragendes Gewölbe errichtet wurde, noch gut erkennen. Ich wußte jedenfalls gar nicht, daß es so etwas in diesem Erhaltungszustand gibt!

Den Abschluß des Tages bildete dann der Astropeiler auf dem Stockert, einem Berg bei Bad Münstereifel. Die Anlage wurde 1955/56 für radioastronomische Messungen errichtet, d.h. für die Erforschung des Weltalls mittels Radiowellen. Sie besteht aus einer imposanten drehbaren Antennenschüssel und einem innovativen, pyramidenförmigen Ständer, der Büros und Technik beheimatet. Da die Messinstrumente inzwischen nicht mehr dem neusten Stand der Technik entsprechen, wurde die Anlage in den 1990er Jahren von der Uni Bonn aufgegeben und wird seither von einem Verein betrieben, der dort weiterhin radioastronomische Messungen durchführt, Studentenpraktika betreut und Schulklassen und anderen Interessierten wie uns die Anlage erklärt. Ich habe jedenfalls viel gelernt an diesem Tag!

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