Häferlkaffee

Leuven

Leave a comment

Von Aachen aus fuhren wir auch ins flandrische Leuven. Herzstück der Stadt ist das gotische Rathaus, das wir mit einer Führung erkundeten. Auf den ersten Blick erinnert das Mitte des 15. Jhs. errichtete Gebäude eher an ein Zuckerschlösschen. Unzählige Nischen überziehen seine Fassaden. Ihre Basen geben biblische Szenen wieder, immer pädagogisch aufgeteilt in Sünde und Strafe. Die über 200 Figuren in den Nischen wurden jedoch erst Mitte des 19. Jhs. hinzugefügt. Sie zeigen bedeutende Persönlichkeiten der Leuvener Stadtgeschichte, in der untersten Reihe vor allem Künstler und Gelehrte, in der mittleren Reihe die Heiligen der Pfarrgemeinden sowie Personen, die sich für die städtischen Freiheiten einsetzten, und in der obersten Reihe die Grafen von Leuven und die Herzöge von Brabant. Da Flandern während der Napoleonischen Kriege von Frankreich erobert wurde, findet sich dort auch Napoleon unter den Herrschern von Leuven. Erstaunlicherweise blieb das Rathaus verschont, als Leuven 1914 am Beginn des 1. Weltkriegs von den Deutschen niedergebrannt wurde. Anders erging es der Universitätsbibliothek, die mit all ihren Beständen abbrannte. Durch Spenden vor allem aus den USA wurde das Gebäude wiederhergestellt und die Buchbestände durch Spenden aller möglichen Institutionen aus der ganzen Welt wieder aufgestockt, woran zahlreiche Gedenktafeln an der Fassade und an den Wänden der Eingangshalle erinnern. In der Stadt markiert eine bestimmte Plakette die 1914 niedergebrannten Häuser. Wir erklommen den imposanten Turm der Universitätsbibliothek, der das Gebäude mehr einem Rathaus ähneln läßt als das eigentliche Stadhuis. Zwischendrin gab es als Snack eine Zwarte Pens, eine in Fett gebratene Blutwurst, serviert im Brötchen und gar nicht so unlecker. Schließlich besuchten wir noch den Großen Beginenhof, und ich wurde sofort furchtbar neidisch. In der Anlage, die wie eine kleine Stadt mit kleinen Häuschen, zahlreichen Straßen und Plätzen, Gärten und sogar einer Brücke aufgebaut ist, sind nämlich heute Gastprofessoren und Studenten untergebracht. Die Anlage hat ihre Wurzeln im 13. Jh. und wurde bis ins 17. Jh. immer wieder erweitert. Ich überlegte gleich, ob ich nicht ein Post-doc in der Stadt machen könnte ;-)

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s