Häferlkaffee

Schottische Partie II: Islay

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Von Edinburgh ging es mit dem Mietwagen in einer langen Fahrt entlang des Loch Lomond nach Kennacraig, von wo aus wir mit der Fähre zur Insel Islay vor der Westküste Schottlands übersetzten. Wir wohnten in einem wunderschönen Bed-and-Breakfast etwas außerhalb der Inselhauptstadt Bowmore. Vor unserem Fenster wuchs ein Gerstenfeld für die Whisky-Produktion auf der Insel, und in der Bucht konnten wir die Vögel beobachten. Abgesehen vom Whisky (dazu später mehr), hatte die Insel auch landschaftlich einiges zu bieten. Meist ging es über “single track roads”, einspurige Straßen mit Ausweichbuchten, bis in die entlegendsten Winkel der Insel. Mal steckten wir auf so einer Straße fest, weil ein aufgebrachter Bulle uns den Weg versperrte, und mußten das Auto abstellen. Mal begegnete uns ein Rehbock am Rand der Straße, die zu allem Überfluß auch genau dort auf beiden Seiten eingezäunt war. Eine ganze Weile hüpfte er vor unserem Auto her, bis er endlich entkommen konnte.

Wir erkundeten zunächst Loch Gruinart im Norden der Insel. Die tiefe Bucht verwandelt sich bei Ebbe vollkommen in eine Sandfläche. Ganz so lange blieben wir zwar nicht, aber doch lang genug für einen Strandspaziergang, bei dem wir die Austernfischer und andere Vögel beim Picken im Sand beobachten konnten. In der Bucht werden außerdem Austern gezüchtet, die man in einer Farm in Craigens an der Südspitze der Bucht erwerben kann. Es war schon eine besondere Atmosphäre dort: wir stapften zunächst über die Farm, die Bäuerin war gerade mit den Kühen im Stall beschäftigt und kam dann rüber in den kleinen Verkaufsraum, wo in einem Wasserbecken die Austern lagerten. Sie machte uns ein paar auf, die wir gleich vor Ort schlürften. Meine ersten Austern, und ich war begeistert! Gar nicht glitschig, sondern schön fest, und so ein frischer Geschmack nach Meer :-)

Eigentlich hatten wir ja in Loch Gruinart auch Seehunde sehen wollen, aber die zeigten sich uns dort nicht. Auch in der Bucht in der Nähe der Kildalton Chapel fanden wir sie nicht. An dem aufgelassenen, malerischen Kirchlein steht dafür eines der keltischen Kreuze der Insel aus dem 8. Jh. Seine bemerkenswerten Reliefs zeigen neben Rankenwerk biblische Szenen. Die ersten Seehunde sahen wir erst ein paar Kilometer weiter in einer Bucht bei Ardbeg. Das richtige Seehund-Paradies entdeckten wir aber schließlich in der idyllischen Bucht von Portnahaven. In diesen klitzekleinen, verträumten Ort mit seiner malerischen Hafenbucht mit kleinem Sandstrand habe ich mich sofort verliebt. Auch die Seehunde fühlten sich dort sichtlich wohl. Die putzigen Tiere tummelten sich nicht nur auf den Felsen der gegenüber gelegenen Leuchtturminsel, sondern auch mitten im Hafen. Während die Ebbe offenbar einige Felsen in der Bucht freispülte, ließen sich darauf direkt vor unserer Nase erst ein, dann zwei Seehunde die Sonne auf den Bauch scheinen. Ich konnte mich gar nicht sattsehen! Und das verrückteste war: nachdem man sie einmal erkannt hatte, entdeckte man plötzlich überall in der Ferne Seehunde auf den Felsen.

Uns hat Islay jedenfalls ausgesprochen gut gefallen! Und die vier Tage auf der Insel reichten keinesfalls, um alles zu erkunden, was Islay zu bieten hat. Grund genug, um vielleicht noch einmal wiederzukommen ;-)

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2 thoughts on “Schottische Partie II: Islay

  1. Wunderschöne Bilder! Eure “Seehunde” sind, glaube ich, Kegelrobben

  2. Gratulation zum späten Austernerlebnis! Ich schwärme dafür und mag sie am liebsten “nature”, kein Schnickschnack mit Käse, geräuchert oder so. Zitrone reicht, etwas schwarzer Pfeffer kann.

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