Häferlkaffee

Schottische Partie I: Edinburgh

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Nachdem wir den Hadrianswall abgewandert waren, wollten wir nun jene Gegend erkunden, von der sich die Römer mit dieser Mauer so vehement abgrenzen wollten, das wilde Land der Schotten. Unsere erste Station war Edinburgh. Ich muß sagen, die Stadt überforderte uns in diesem Moment einfach total. Eine Woche lang hatten wir außer Schafen und Kühen kaum eine Menschenseele gesehen, nun fanden wir uns inmitten von Menschenmassen wieder, die sich durch die Straßen der Altstadt drängten. Angeblich verdoppelt sich ja die Bevölkerung Edinburghs im Sommer, wenn ein Musik- und Theaterfestival die Massen anlockt… Insgesamt schaffte es die Stadt so einfach nicht, uns zu überzeugen. Zwar begeisterte mich unser zum Glück etwas abseits des Trubels gelegenes B&B gleich schonmal damit, daß vor unserem Zimmer Tim-und-Struppi-Hefte zur Lektüre auslagen, obenauf der in Schottland spielende Band. Doch die Burg, Edinburghs Hauptsehenswürdigkeit, und vor allem die darin eingerichteten Museen, wie Dioramen, in denen die Geschichte der schottischen Kronjuwelen nachgestellt waren, oder das Prisons of War Museum mit rekonstruierten Kerkerräumen samt Hängematten, in denen im 18. Jh. die Kriegsgefangene eingesperrt gewesen waren, waren eher pseudointeressant. Am besten war neben dem Ausblick auf die Stadt noch der Hundefriedhof, auf dem die Haustiere von Offizieren und Regimentsmaskottchen begraben sind. Zum Glück gab es unten in der Stadt das National Museum of Scotland. Dort schauten wir uns ausführlich die “Early People” Abteilung an, die auf interessante Weise weniger chronologisch als thematisch gegliedert war und wieder mit vielen spektakulären Funde aus organischem Material aufwartete. Für die restliche schottische Geschichte ab 1100 und die anderen beiden großen naturkundlichen und ethnographischen Abteilungen des Museums reichte unsere Energie dann aber nicht mehr. Wir nutzten die beiden Abende in der Stadt lieber dafür, malwieder richtig gut zu essen. Statt wie auf der Wanderung nur den einen einzigen Dorfpub zur Auswahl zu haben, vermochten wir uns dort zwischen den vielen guten Restaurants kaum zu entscheiden. Wir wählten schließlich einmal den Gewinner der schottischen Curry Awards (noch so eine Sache, die uns in England und Schottland auffiel – hier hat jeder irgendeine Art von Award) und einmal feine schottische Cuisine, die vor allem mich in die Welt der schottischen Meeresfrüchte entführte.

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