Häferlkaffee

Hadrian’s Wall, 4.+5. Etappe: Von Cawfields bis Walton und der Abschied von der Mauer

Leave a comment

Am nächsten Tag regnete es ordentlich, weshalb wir morgens gleich in unserer vollen Regenmontur aufbrachen. Als erstes begegnete uns am Wegesrand plötzlich ein Altar – ein letztes Überbleibsel des vollkommen überwucherten Great Chesters Fort, dem antiken Aesica. Auch wir hinterließen eine Gabe für den britischen Wettergott, in der Hoffnung, er möge uns etwas Sonnenschein schicken – leider vergebens (wir waren wohl nicht großzügig genug gewesen)… Einen malerischen Eckturm ein paar Kilometer weiter konnten wir jedenfalls aufgrund des anhaltenden Regens leider nicht näher erkunden. Im “Carvoran Roman Army Museum” wärmten wir uns zwischen weiteren Funden aus Vindolanda – noch mehr Schuhe! – und Wachsfiguren einwenig auf. Als wir wenig später vollkommen durchnäßt in Gilsland ankamen, waren wir viel zu früh dran für unser Bed-and-Breakfast, das erst am späteren Nachmittag seine Tore aufsperrte. Also vertrieben wir uns die Zeit im “Samson Inn“, wo wir später auch exquisit zu Abend essen sollten – wirklich empfehlenswert! Es regnete jedenfalls immer noch, als wir endlich unser B&B erreichten, ein altes, befestigtes Farmhaus oder “bastle” aus dem ausgehenden 16. Jh. – eher ein Herrenhaus als ein Bauernhof -, von dessen Garten aus man den Hadrianswall im Tal sehen konnte. Leider waren wir noch immer 10 Minuten zu früh, und somit blieb unser Klingeln erfolglos. Erst nach weiteren 10 Minuten im Regen und erneutem Klingeln öffnete uns unsere Gastgeberin endlich die Tür, als sei nichts gewesen. Zum Glück gab es eine Badewanne, in der wir uns aufwärmen könnten…

Am nächsten Morgen ging es bei deutlich besserem Wetter weiter. Inzwischen hatte sich auch die Landschaft geändert. Statt am Rande der menschenleeren Craigs wanderten wir nun in flacherem Gelände von einer Farm zur nächsten, und auch die Mauer war nun nicht mehr ständig sichtbar. Ein Highlight war nochmal das Poltross Burn Milecastle 48, in dem man die einzelnen Räume gut erkennen konnte und der erhaltene Ansatz einer Treppe auch noch auf ein Obergeschoß schließen ließ. Vorbei am gut erhaltenen Kopf der Willowford Bridge am Fluß Irthing liefen wir weiter nach Birdoswald, dem Fort Banna. Dort fühlten wir uns, gelinde gesagt, richtig verarscht, denn für einen nicht gerade geringen Eintrittspreis gab es hier nur die wenigen ausgegrabenen Teile des Forts und ein nichtssagendes, fundleeres Museum zu besichtigen. Der Großteil des Geländes diente als Schafweide. Am interessantesten war noch, daß hier in einer späteren Phase (angeblich um 230 n. Chr.) jeweils eine Durchfahrt der Lagertore zugemauert worden war, wie ich es ähnlich bereits in Tulln gesehen hatte (dort allerdings angeblich erst im 4. Jh. geschehen). Also schnell weiter. Weil wir malwieder viel zu früh dran waren für unser Bed-and-Breakfast – ein Milchbauernhof in der Nähe von Walton -, unternahmen wir noch einen Abstecher zur Lanercost Priory. In dem ehemaligen Kloster stärkten wir uns auf einem lokalen Handarbeitsmarkt mit Suppe und Kuchen und besichtigten die Kirche aus dem 13. Jh. Bei Dovecoat Bridge erahnten wir den Hadrianswall dann zum letzten Mal: die Mauer ist hier aus Sandstein erbaut, weshalb sie, um sie vor der Witterung zu schützen, vollkommen zugeschüttet wurde.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s