Häferlkaffee

Hadrian’s Wall, 3. Etappe: Das Mittelstück des Walls von Chesters nach Once Brewed

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In Humshaugh bei Chollerford verbrachten wir die Nacht in einem entzückenden Bed-and-Breakfast, dessen Highlight neben dem bequemen großen Zimmer definitiv die Badewanne war, in der wir nach der langen Wanderung unsere erschöpften Glieder entspannen konnten. Am nächsten Morgen schufen wir uns mit einem hervorragenden “full English breakfast” eine solide Unterlage für den bevorstehenden langen Wandertag. Als erstes stand die Besichtigung des Chesters Fort, des antiken Cilurnum, auf dem Programm. Dort begannen sich für uns nach Segedunum bereits die ersten Muster im Aufbau eines römischen Forts abzuzeichnen. Vor allem wußte ich gar nicht, daß zu den principia, dem Stabsgebäude, ein unterirdischer Raum (“strong room”) unter dem Fahnenheiligtum für die Truppenkasse gehörte. Das Museum des Forts war diesmal ganz nach unserem Geschmack: vollgestopft mit eindrucksvollen Steinmonumenten, ganz ohne Firlefanz bewußt altmodisch belassen. Die meisten anderen Besucher gingen nach einem kurzen Blick gleich wieder raus. Wir mußten uns zusammenreißen, denn es lag ja noch ein weiter Weg vor uns. Nächste Station war das Kastell Brocolitia, von dem leider nichts mehr zu sehen ist außer einem eindrucksvollen Mithräum, dessen Altäre wir zuvor in Newcastle im Museum angeschaut hatten. Dann begann der eindrucksvollste Teil der gesamten Wanderung: Die Mauer verläuft hier an der Kante einer natürlichen Geländeerhebung, den “craigs”, die zum barbaricum hin als Klippe steil abfallen. Die perfekte Grenzbefestigung! Von der Mauer aus ergeben sich so spektakuläre Ausblicke in die schier endlose, grüne Landschaft. Dazu war dieser Abschnitt des Hadrianswalls quasi menschenleer, keine Siedlung, kaum ein Haus war in der Ferne zu sehen. Bis auf ein paar Kühe und Schafe und gelegentliche Wanderer waren wir dort ganz allein. Außerdem ist die Mauer dort besonders gut erhalten mit ihren Türmen und Meilenkastellen, die in regelmäßigen Abständen einen bewachten Durchgang durch die Mauer gestatteten. So wanderten wir entlang der Mauer weiter bis nach Housesteads, dem Kastell Vercovicium. Abgesehen von seiner eindrücklichen Lage auf einer Erhebung, wo es schon von Weitem sichtbar ist, ist es berühmt für seine gut erhaltenen Mannschaftstoiletten. Wir mußten uns sputen, um rechtzeitig am “Twice Brewed Inn” zu sein, wo uns unser Gastgeber der nächsten beiden Tage abholte. Und natürlich hatte es auch schonwieder angefangen zu regnen… Diese Strecke war jedenfalls der absolute Höhepunkt der Wanderung!

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