Häferlkaffee

Hadrian’s Wall, 1. Etappe: die Tyne entlang von Wallsend bis Heddon-on-the-Wall

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Unser diesjähriger Sommerurlaub führte uns nach England. Zunächst hatten wir uns vorgenommen, die Nordgrenze des Römischen Reiches, den Hadrianswall, abzuwandern – und zwar “coast to coast”, 135 km von Wallsend im Osten nach Bowness-on-Solway im Westen, und das in 8 Tagen. Unsere erste Nacht verbrachten wir zwar nicht direkt am Hadrianswall, dafür idyllisch am Strand, in Whitley Bay, einem Vorort von Newcastle. Mit der U-Bahn ging es von dort aus am nächsten Morgen zum offiziellen Beginn unserer Tour nach Wallsend, wie der Name schon sagt, ans Ende der nach 122 n. Chr. als Folge eines Aufstandes der Briten errichteten Grenzmauer. Dort, im antiken Segedunum, befindet sich das erste Fort der Strecke. Von einem hohen Aussichtsturm blickten wir hinunter auf die in Fundamenten erhaltenen Gebäude des Lagers, dessen Gesamtaufbau sich auf diese Weise gut erschloß (im Laufe der Reise sollte uns die römische Militärarchitektur noch vertraut werden). Eine Rekonstruktion vermittelte einen Eindruck davon, wie der Hadrianswall ausgesehen haben könnte, der nirgendwo auf der Strecke in voller Höhe erhalten ist. Von da an führte der Weg auf dieser ersten Etappe streng genommen gar nicht mehr am Hadrianswall entlang, sondern an der Tyne. Vorbei an Industrieanlagen, die durchaus ihren Reiz hatten, kamen wir zunächst nach Newcastle, dem antiken Pons Aelii, benannt nach der dort einst befindlichen Hadriansbrücke. Auch heute prägen die vielen Brücken über die Tyne das Gesicht der Stadt. In der Antike befand sich hier gleich das nächste Fort, das angeblich unter der Burg der Stadt gut erhalten sein soll – wir suchten leider vergeblich danach, und auch sonst fanden sich im Stadtgebiet nur wenige Spuren des Walls. Bereits am Vortag hatten wir das Great North Museum besucht, wo wir uns vorab einen Eindruck vom Verlauf des Walls machen und viele Funde aus dessen Umfeld besichtigen konnten. Uns war das Museum jedoch insgesamt etwas zu sehr auf Spaß ausgerichtet, denn viele der durchaus eindrucksvollen Reliefs lagen leider nicht nur durch die effektvolle Beleuchtung praktisch im Dunkeln, sondern waren zudem durch museumspädagogische Installationen verdeckt. Wieder auf Wanderschaft hatte sich die Tyne quasi in ein Wattenmeer verwandelt. Der Fluß wird so nah an der Mündung von den Gezeiten geprägt. Zum Beobachten der im Schlick pickenden Vögel blieb jedoch wenig Zeit, denn wir hatten noch viel Weg vor uns. Das letzte Stück, vorbei am Schauplatz der “Battle of Newburn Ford” von 1640, wo wir uns zur Stärkung ein klebrig süßes Eis gönnten, zog sich hin – die letzten Meter hinauf auf den Hügel, auf dem nun eigentlich die Mauer verlief, nach Heddon-on-the-Wall, schienen kaum zu überwinden. Todmüde fielen wir schließlich in unserem Bed-and-Breakfast aufs Sofa und vermochten uns bis zum Abendessen nicht mehr zu rühren.

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