Häferlkaffee

Wienfluß unter- und oberirdisch

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Zwei Freundinnen nahmen mich mit auf die 3. Mann Tour. Ausgerüstet mit Helm und Stirnlampe stiegen wir am Karlsplatz auf den Spuren des 1949 gedrehten Thrillers in den Untergrund. Nachdem wir in einen der ältesten Kanäle Wiens hineingeschaut hatten, ging es durch schmale Gänge in die Überfallkammer, in der der Ottakringerbach in den linken Wienflußsammelkanal mündet. Dort wurde die berühmte Verfolgungsszene des Films gedreht, die wir an die feucht glänzende Wand projeziert bekamen. Zum Dreh war das Becken allerdings mit Frischwasser gefüllt worden, und dennoch weigerte sich Orson Welles angeblich, dort zu arbeiten. Weiter ging es dann noch eine Station tiefer zum Wienfluß, der an dieser Stelle unterirdisch verläuft und erst am Stadtpark wieder ans Licht kommt, bevor er an der Urania in den Donaukanal mündet. Geradezu ehrfürchtig standen wir in dem weiten, hohen Gewölbe – einer Kathedrale gleich. Leider reichte der Blitz meiner Kamera nicht aus, um dort ein vernünftiges Foto zu machen, aber im Video zu Falcos “Jeanny”, das ebenfalls dort gedreht wurde, kann man einen Eindruck davon bekommen.

Ein paar Wochenenden später machte ich mich auf ans andere Ende des Wienflusses nach Hütteldorf. Es erwartete mich ein eigenwilliges Amlagam aus Beton, Biotop und Street Art. Der Fluß verläuft oberirdisch, gesäumt von einem betonernen Spazierweg und einer auf Betonpfeilern ruhenden Straße. Nicht gerade das, was ich mir unter einem natürlichen Flußlauf vorstelle. Ein bißchen gruselig war dann der Abzweig vorbei an bunt gestalteten Brückenpfeilern und kampierenden Zigeunern, der mich nach kurzer Zeit zu den Rückhaltebecken führte. Die zwischen 1895 und 1899 errichteten Becken sollen, wenn nötig, das rasch anschwellende Hochwasser auffangen. Hier macht sich nicht nur die Natur breit, sondern auch die Street Artists. Da ich keine Gummistiefel mit hatte, konnte ich jedoch nicht weiter in das Biotop vordringen. Also ging es wieder zurück zum offiziellen Spazierweg entlang der Umfassungsmauer der Becken bis zur Schleuse in Maria Brunn.

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