Häferlkaffee

Österliches Burgen-Wotsching am Neckar

Leave a comment

Ostern verbrachten wir dieses Jahr bei meinem Cousin in Heidelberg. Jeder internationale Tourist kennt diesen Pflichtprogrammpunkt auf der Europareise, nur ich hatte ihn bisher ausgelassen… Unverzeihlich! Also erkundeten wir bei regnerischem Wetter am Samstag die Stadt. Im Studentenkarzer, in dem von 1778 bis 1914 aufmüpfige Studenten inhaftiert wurden – die Universität besaß damals ihre eigene Gerichtsbarkeit – trafen wir auf die Spuren von 196 Jahren Stubenarrest. Natürlich stiegen auch wir zur Hauptsehenswürdigkeit der Stadt, dem Schloß hinauf, um mit einer wunderbaren Aussicht über die Stadt belohnt zu werden. Seit Kurfürst Karl Philipp 1720 seine Residenz nach Mannheim verlegen ließ, zerfiel das Heidelberger Schloß und präsentiert sich folglich noch heute als malerische Ruine. Besonders beeindruckend ist der Pulverturm, der 1693 von französischen Soldaten im Pfälzer Erbfolgekrieg in die Luft gejagt wurde und dessen abgesprengte gewaltige Mauerschale noch heute am Fuße des Turmes liegt.

Doch noch mehr Ruinen reihen sich den Neckar entlang aneinander: dicht an dicht stehen die Burgen des 12. und 13. Jhs. Alle würden wir in der kurzen Zeit niemals schaffen können… Wir begannen daher noch am Samstag abend mit der Feste Dilsberg, die wir leider nur noch geschlossen vorfanden, weshalb wir ihren Turm nicht mehr erklimmen konnten. Weiter ging es am Ostersonntag bei strahlendem Sonnenschein in Neckarsteinach. Zunächst bewunderten wir den offenbar in dieser Gegend traditionellen Osterbrunnen, der ganz und gar mit ausgeblasenen bunten Eiern geschmückt war. Danach brachen wir auf zu den 4 Burgen des Ortes. Während die erste und vor allem die mondäne zweite Burg noch bewohnt sind, konnten wir vom Bergfrieg der Ruine Hinterburg, der Stammburg der Edelfreien von Steinach, den Blick auf das gegenüber gelegene Dilsberg genießen. Letzte Station auf dieser Route war die Burg Schadeck, im Volksmund auch Schwalbennest genannt. Zum Glück konnten wir uns von hinten der Burg nähern und mußten nicht, wie ihre ursprünglichen Bewohner, über den steilen Serpentinenweg vom Neckar aufsteigen. Wir nutzten den leicht abschüssigen Hof für die erste Runde des traditionellen Ostereierrollens. In Hirschhorn setzten wir unsere Tour fort, wo es zunächst wieder einen Osterbrunnen zu bestaunen gab, wenn auch von deutlich bescheidenerem Ausmaß und Aufwand. Auf der idyllischen Burg stärkten wir uns mit Kaffee und Kuchen, bevor wir zur letzten Burgruine des Osterfestes aufbrachen. Die Schauenburg oberhalb von Dossenheim war dann aber auch das Highlight des Tages. Die Burg liegt dramatisch am Rand eines aufgelassenen Steinbruchs, dem sie auch fast zum Opfer gefallen wäre. Ständig meint man, über den nächsten Mauerstumpf in den Abgrund zu stürzen. Und genau dort, auf den Abgrund zielend, traten wir zur zweite Runde unseres Eierrollens an. Und wie immer, ich gewann natürlich nicht…

 

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s