Häferlkaffee

Im Sprudelwunderland

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Von Rathen aus fuhren wir weiter ins Erzgebirge, nach Oberwiesenthal, also in den wirklich hinterletzten Zipfel Deutschlands. Immerhin, von dort aus ist es nicht weit nach Karlovy Vary, zu deutsch Karlsbad. Ich hatte mich eigentlich auf ein entspannendes Bad in der Therme gefreut, aber irgendwie gab es das dort nicht… Außerdem wunderten wir uns schon am ersten Souvenirstand über die komischen Tassen, die dort in Massen verkauft wurden. Aber dann wurde es uns klar: in Karlsbad sprudeln zwölf Mineralwasserquellen. Wir beobachteten, wie Stadtbewohner und Touristen genau solche Tassen aus ihren Handtaschen packten und sich sozusagen unterwegs ein Täschen aus den Quellbrunnen gönnten. Zuerst waren wir skeptisch, doch dann konnten wir nicht widerstehen und kauften einen dieser furchtbaren Becher – durch den schmalen Henkel, der gleichzeitig als Trinkhalm dient, nimmt man das bis zu 72° warme Wasser in kleinen Schlucken zu sich. Wir kosteten fast alle Quellen durch, die in verschiedenen Kolonnaden aus Brunnen fließen. Fast beeindruckender als die historischen Kolonnaden war dabei die sozialistische Stahlbeton-Kolonnade mit der geysir-artigen Sprudelquelle. Das Karlsbader Quellwasser soll ja vor allem bei Verdauungsstörungen wirken. Nach all dem fettigen Essen in der Sächsischen Schweiz schien es mir jedenfalls richtig wohltuend, und ich konnte schon bald nicht genug davon bekommen ;-) Überhaupt dreht sich dort alles ums Mineralwasser: In der sozialistischen Kolonnade gönnten wir uns im Kurcafé einen mit Mineralwasser gekochten Sprudelkaffee (und rätselten die ganze Zeit, ob dort außer Mineralstoffen auch noch Alkohol drin sei, so sehr irritierte das Sprudeln auf der Zunge) und kosteten frisch mit Mineralwasser gebackene Oblaten. Beeindruckend ist auch der Pomp des österreich-ungarischen Kurorts: monumentale Kurhotels und Bäder, darunter das sogenannte Kaiserbad, das einst zu den modernsten Kureinrichtungen seiner Zeit gehörte. Man richtete dem Kaiser eine Badekabine mit allen Standards ein (die er übrigens nie benutzt hat), und im ersten Stock konnte man, angeregt vom sportlichen Treiben der antiken Griechen, in einem hochmodernen Fitness-Saal trainieren. Als wir mit einer Standseilbahn steil hinauf zu einem Aussichtsturm und dem Ausflugslokal Diana fuhren, fühlten wir uns fast wie ein Kurgast von damals. Mich hat die Trinkkur total überzeugt, und ich freue mich schon auf die nächste Gelegenheit, in Karlsbader Mineralwasser zu schwelgen!

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