Häferlkaffee

Grenzgänge

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Mein Ausflug zu Ferragosto in diesem Jahr: Aachen ganz im Zeichen Karls des Großen. Die Stadt feiert den 1200. Todestag ihres legendären Kaisers mit drei Ausstellungen, die ich unbegingt sehen wollte. Gut, die Ausstellungen zu “Verlorenen Schätzen” in der Domschatzkammer (eher dürftig), “Karls Kunst” mit wunderschönen Elfenbeinen und Handschriften (aber viel zu wenig Erläuterungen) und “Orten der Macht” (einfach zu vollgestellt) waren dann doch erschreckend provinziell. Aber dafür war das Wochenendprogramm im Aachener Umland dann umso schöner.

Unser nächster Tag war einem ganz anderen Jubiläum gewidmet, dem Gedenken an den 1. Weltkrieg. Wir fuhren nach Belgien, ins nahegelegene Liège. Dort bummelten wir zunächst durch die schöne Altstadt und probierten allerhand Leckereien – unwiderstehliches Gebäck und ein grünes Spargeleis (!), von dem ich ausnahmsweise sagen muß, daß es doch nicht ganz mein Fall war ;-) Auf einer schier endlos wirkenden Treppe erklommen wir die Zitadelle, auf der ein Obelisk an den 1. Weltkrieg erinnert und einen herrlichen Blick über die Stadt bietet. Dann fuhren wir zum Fort von Loncin. Die 1888 in einfachem Beton errichtete Festung gehörte zu einem Verteidigungsring rund um Liège. Bereits in den ersten Kriegstagen im August 1914 wurde sie von den Deutschen belagert und konnte standhalten, bis schwere Artillerie schließlich die Munitionskammer traf. Das Fort flog beinahe vollkommen in die Luft und begrub 350 Soldaten unter sich. Bei dem Fort handelt es sich um eine dreieckige Anlage umgeben von einem großen Graben. Im Innern der wenigen erhaltenen Räume erkennt man, im Vergleich zu den Bauten des 2. Weltkriegs dieser Art, an den hohen Gewölben sofort das 19. Jahrhundert. Draußen bietet sich ein Bild der Zerstörung. Anstelle des zentralen Traktes befindet sich ein riesiger Krater, die gewaltigen Kuppeln aus Kruppstahl mit den Haubitzen sind umgefallen wie Spielzeuge und rosten dahin. Ein beklemmender Anblick. Neben dem Fort erinnert ein Mahnmal an die dort gefallenen Helden.

Am Sonntag wagten wir uns noch einmal ins Hochmoor des Hohen Venn an der deutsch-belgischen Grenze. Es war unglaublich windig, aber immerhin regnete es diesmal nicht. Dick eingemummelt wanderten wir über die Stege. Uns begleitete das Rauschen der Pfeifengräser, Heidekraut umgab das Moor mit einem lila Schimmer, und am Wegesrand gab es Heidelbeeren zu naschen.

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