Häferlkaffee

Zentralvietnam: Hoi An – ein touristisches Kleinstädtchen

Leave a comment

Nach dem Besuch der Kaisergräber fuhren wir weiter gen Süden und passierten den Wolkenpass, der bis ins 16. Jh. die Grenze zwischen dem Reich der Viet im Norden und dem Reich der Cham im Süden bildete. Der Pass ist aber vor allem eine Wetterscheide. Heute fährt man nicht mehr über den Berg, sondern durch einen Tunnel. Als wir hineinfuhren, regnete es und der Berg über uns war in Wolken gehüllt, aber als wir auf der anderen Seite herauskamen, schien plötzlich die Sonne. Wir waren in Da Nang angekommen, wo sich auf der einen Straßenseite am Strand eine Bettenburg an die nächste reiht, während auf der anderen Seite Bildhauerbetriebe jede nur erdenkliche Scheußlichkeit für den heimischen Garten zur Schau stellen.

Unser Ziel war jedoch das kleine Städtchen Hoi An noch ein kleines Stück weiter südlich. Dieser Ort war aufgrund seines Hafens einst ein blühendes Handelszentrum, bis vor etwa 200 Jahren die Flußmündung und der Hafen weitgehend versandeten. Heute ist die Stadt vor allem ein Touristen-Treff. Dank des Bedeutungsverlustes ist die Altstadt gut erhalten, doch sie ist total musealisiert, und in jedem der traditionellen Holzhäuser befinden sich Geschäfte, Bars, Restaurants und Reiseagentouren für die Touristen. Einige Häuser sind auch museal aufbereitet: sie sind ein- oder zweigeschossig  um einen kleinen Hof mit einem Brunnen herum angelegt. Die Architektur ist von den auswärtigen Händlern, die sich in der Stadt niederließen, – vor allem Japaner und Chinesen – stark beeinflußt. Die chinesischen Einwanderer bauten zahlreiche Tempel, wie die Phuoc Kien-Versammlungshalle, in der die Beschützerin der Seeleute Thien Hau verehrt wird. Vor lauter Räucherspiralen, an denen die Wünsche der Stifter hängen, konnte man dort kaum atmen. Das Wahrzeichen der Stadt ist die überdachte Japanische Brücke aus dem späten 16. Jh., die von Hunden und Affen bewacht wird, den Sternzeichen der Jahre ihres Baubeginns und -endes. Am Abend, wenn die Reisegruppen aus dem benachbarten Da Nang einfallen und die Straßen von romantischen Lampions erhellt werden, war die Stadt besonders unerträglich. Ein bißchen echtes Leben – wenn auch durchsetzt von Souvenirständen – gab es zumindest auf dem Markt. Außerdem wohnten wir zum Glück etwas abseits vom Trubel in einer idyllisch am Fluß gelegenen Pension, wo man morgens beim Frühstück auf der Terrasse die Vögel beobachten konnte.

 

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s