Häferlkaffee

Ein Ausflug jenseits von Angkor

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An einem Tag machten wir einen Ausflug zum kleinen Tempel Banteay Srei aus der 2. Hälfte des 10. Jhs., etwa 20 km nördlich von Angkor am Fuße der Kulen-Hügel gelegen. Im Unterschied zu den Tempeln von Angkor war dies kein königlicher Tempel, sondern war von Yajñavaraha, einem Berater des Königs Rajendravarman und Guru des späteren Königs Jayavarman V., und seinem jüngeren Bruder errichtet worden. Die kleine Anlage ist wie üblich von einem Wassergraben umgeben. Der eigentliche Tempel besteht aus mehreren kleinen Schreinen, die von mythischen Tempelwächtern, halb Mensch, halb Tier, bewacht werden. Die Bauornamentik war hier besonder reich und die fantastisch übereinander gestaffelten Giebel besonders fantasievoll. Besonders gut gefiel mir der Giebel einer der ‘Bibliotheken’ mit der Darstellung eines Waldes: Indra auf seinem dreiköpfigen Elefanten Airavata ließ es regnen, um ein Feuer im Khandava-Wald zu löschen, das der Gott Agni gelegt hatte, um die Naga Taksaka zu töten, die in dem Wald lebte. Agni rief daraufhin Krishna und Balarama um Hilfe, um die Tiere daran zu hindern, aus dem Wald zu fliehen, und um Pfeile auf den Regen zu schießen, damit dieser nicht weiter auf den Wald herabfiel. Agni und seine Verbündeten gewannen schließlich den Kampf und brannten den gesamten Khandava-Wald nieder. Als wir den Tempel besuchten, war es malwieder unerträglich heiß, und so konnte Christian nicht widerstehen, als uns plötzlich ein fliegender Händler am Wegesrand Palmsaft anbot. Wir kosteten einmal den Saft von der männlichen, einmal von der weiblichen Palmfrucht. Beide schmeckten süß und vor allem rauchig – jedenfalls gewöhnungsbedürftig…

Wir fuhren noch ein paar Kilometer weiter nach Kbal Spean, zum ‘Fluß der Tausend Lingas’. Etwa eine halbe Stunde wanderten wir durch den Wald, um an einen kleinen Flußlauf zu gelangen, wo tausende Lingas, phallusförmige Symbole des Gottes Shiva, aus den Steinen des Flußbettes herausgemeißelt sind. Außerdem sind mehrere Reliefs des schlafenden Vishnu in das Flußbett eingemeißelt. Vishnu erträumt die Erschaffung des Kosmos, während seine Ehefrau Lakshmi ihm die Beine massiert und Brahma in einer Lotusblüte aus seinem Nabel herauswächst. Hier konnten wir an dem ruhig plätschernden Bächlein, den von den Wellen überspülten Reliefs, den Bäumen und bunten Schmetterlingen einwenig Natur erleben.

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