Häferlkaffee

Férias em Portugal: Im Landesinnern unterwegs

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Nach einer Woche in Areia Branca brauchten wir eine Pause von den Boards und entschieden uns daher spontan für eine Tour in den Süden, ins Landesinnere. Zuerst fuhren wir nach Beja, ins antike Pax Iulia. Dort wurde der größte römische Tempel Portugals entdeckt, von dem leider nur mehr die Fundamente erhalten sind (Bild 3). Von der römischen Stadt sind ansonsten noch zwei römische Stadttore (Bild 4) sowie Thermen erhalten, die unter einem gläsernen Boden konserviert sind (Bild 5). Berühmt ist Beja aber vor allem für seine Burg mit dem 1310 errichteten Torre de Menagem, dem mit knapp 40 m angeblich höchsten Turm Portugals, der die Stadt weit überragt (Bild 1, Bild 2 zeigt den Blick vom Turm herunter). In Beja waren wir eindeutig abseits der Touristenströme unterwegs, was sich vor allem daran zeigte, daß wir abends ernsthafte Schwierigkeiten hatten, ein Restaurant zu finden, in dem wir uns weder nur unter Kaffee trinkenden alten Herren befanden noch die einzigen Gäste waren. Dafür gab es in der Casa de Chá Maltesinhas die besten Süßigkeiten der Reise: dort werden doces conventuais angeboten, süße Träume nach ehemaligen Klosterrezepten, darunter die unwiderstehlichen pastéis de toucinho mit einer Mandel-Schweineschmalz-Füllung und allerhand ebenso verlockende Marzipanvariationen (letztes Bild).

Eine herbe Enttäuschung, nämlich daß die nahe Beja gelegene römische Villa von Pisões mit ihren Mosaiken momentan nicht für das Publikum zugänglich ist, entpuppte sich als Glücksfall. Uns wurde nämlich stattdessen ein Besuch in der nördlich von Beja gelegenen Villa von São Cucufate empfohlen, die sich als umso eindrucksvoller herausstellte (Bilder 1-5). In ein Kloster umgewandelt überlebte der Hauptbau der spätantiken Risalitvilla, zumindest das Erdgeschoß mit Substruktionen für darüber gelegene Wohnräume, so daß man einen einmaligen Eindruck von der Monumentalität einer solchen Anlage bekommen kann. Ich war schwer beeindruckt! Ein Raum weist auf einen großen Apsidensaal im Obergeschoß hin (Bild 4). Neben der Villa befindet sich ein ebenfalls gut erhaltener kleiner Tempel (Bilder 1 und 5). In der Nähe besuchten wir noch die römische Brücke von Vila Ruiva (Bild 6).

São Cucufate liegt bei Vidigueira, das einst die Gebeine von Vasco da Gama, dem Graf von Vidigueira, beheimatet hatte – doch 1880 luchste der portugiesische Staat dem kleinen Städtchen die sterbliche Überreste ab und brachte sie nach Lissabon. Vidigueira erhielt dafür eine Schule, in der heute ein liebevoll eingerichtetes ethnologisches Museum untergebracht ist (Bild 7).

Letzte Station auf unserem Weg an die Algarve war Mértola. Dieses kleine Städtchen, das noch ganz ausgestorben war, als wir morgens dort ankamen, liegt malerisch am Ufer des Río Guadiana. In der Antike war Iulia Myrtilis eine wichtige Hafenstadt, wobei der Fluß einst mithilfe eines im 6. Jh. errichteten Turms gesperrt werden konnte (Bild 4). An der höchsten Stelle des Ortes liegt eine Festung, unterhalb derer neben einem frühislamischen Wohnviertel (Bild 5) ein Bischofspalast ausgegraben wurde, der mit aufwendigen Mosaiken mit bekannten Motiven ausgestattet war (Bilder 6-7). Die benachbarte Kirche war ursprünglich eine Moschee, deren Gebetsnische sogar noch hinter der Marienstatue erhalten ist (Bilder 1 und 8). Obwohl dieser Ort mit unzähligen Museen, darunter eines zu den Funden aus dem islamischen Wohnquartier (Bild 9) aufwartet, waren wir auch hier ganz offensichtlich abseits der üblichen Touristenströme unterwegs.

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