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Tunesienkurs Teil IV: Römische Städte

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Römische Städte gibt es in der Africa proconsularis wirklich zu Hauf. Tatsächlich fällt hier eine außergewöhnlich große Dichte städtischer Siedlungen auf, die zudem auch alle unglaublich reich mit Monumenten ausgestattet sind, was vor allem am in dieser Region besonders weit verbreiteten Euergetismus, privaten Stiftungen öffentlicher Gebäude, lag. Ein bißchen wiederholt es sich deshalb, Tempel reiht sich an Tempel, Platzanlagen, Thermen, Theater, Zisternen und später Kirchen hat jede Stadt in so gewaltiger Hülle und Fülle zu bieten, daß wir nicht einmal an den besuchten Stätten dazu kamen, sie alle anzugucken. Ich greife deshalb nur ein paar Beispiele heraus. Makhtar/Mactaris bestach vor allem durch sein Blumenmeer, das der Ehrenbogen für den Kaiser Trajan auf dem Forum immer überragte (Bild 1). Außerdem fielen wir alle auf die “Schola Juvenes” rein, bei der es sich dem aufgestellten Schild zufolge um das inschriftlich überlieferte Vereinslokal einer Jugendgruppe handelte, das sich aber bei näherem Hinsehen als perfekte Kirche samt Synthronon entpuppte (Bilder 2-3).

In den temenoi, den Tempelbezirken, beeindruckten mich besonders die Platzanlagen und Wasserspiele, wie gleich am Anfang unserer Reise im Kaiserkulttempel von Bulla Regia mit umlaufenden Wasserbecken (Bild 4). In Oudna/Uthina stiegen wir in die gewaltigen Substruktionen des ansonsten grauenvoll restaurierten Kapitolstempel hinab (Bilder 5-6; Bild 6 zeigt die erhaltene Rückseite, die rekonstruierten Säulen sind nicht im Bild). In Thuburbo Majus war in die Räume im Podium des Kapitolstempels, als dieser offenbar nicht mehr gebraucht wurde, in der Spätantike einfach eine Ölpresse eingebaut worden (Bilder 7-9).

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In El Djem/Thysdrus besuchten wir das schon für die antike Stadt völlig überdimensionierte Amphitheater, übrigens das drittgrößte des Imperium Romanum (Bilder 10-11). Der Reichtum der Städte äußert sich natürlich auch in der Fülle an Bauornamentik, wie wir sie z.B. im Museum von Makhtar (Bild 12) oder in El Djem (Bild 13) diskutierten. Was in El Djem für ein gewaltiges Kapitell – angeblich das größte Tunesiens – einfach so auf einer Verkehrsinsel herum stand, wird durch die Größenvergleiche mit unseren Exkursionsteilnehmern erst so richtig deutlich…

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