Häferlkaffee

Tunesienkurs Teil I: Punische Archäologie

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Die Route unserer Reise verlief über Karthago zunächst ins Landesinnere nach Bulla Regia,Chemtou, Dougga, Makhtar, Qairouan und El Djem, dann an die Küste nach Mahdia, Sousse und Hammamet/Pupput, dann zurück ins Landesinnere nach Zaghouan, Thuburbo Maius und Oudna, bis wir am Cap Bon das Meer wieder sahen und den letzten Tag in Uthica und Tunis verbrachten.

Unsere Reise begann also in Karthago, der Hauptstadt der Punier, daher soll der erste Reisebericht auch der punischen Archäologie gewidmet sein. In Karthago sind verschiedene punische Wohnviertel freigelegt worden, von denen das eindrucksvollste auf dem die Stadt überragenden Byrsa-Hügel erhalten ist (Bilder 1-2). Die Mauern der kleinen Räume sind aus dem typischen opus africanum errichtet, einer Art Fachwerk mit Querstreben aus Sandsteinquadern mit kleinteiligeren Mauerwerk dazwischen. Bemerkenswerterweise verfügte jedes Haus über eine eigene Wasserversorgung mit großen Zisternen (Bild 2). Die Römer schütteten später das ganze Wohnviertel zu und bauten darüber einen Tempel (von der ugehörigen Terrasse stammen die großen Stützpfeiler im Hintergrund auf Bild 2), und die Franzosen schließlich errichteten dort die Kathedrale des Heiligen Ludwig, der 1270 in Karthago auf dem Kreuzzug gestorben war (Bild 3). An der Küste liegt der sogenannte Kriegshafen, ein künstlich angelegtes kreisrundes Hafenbecken mit zentraler Insel, auf der sogar noch Reise der Schiffshäuser erhalten sind (Bilder 4-5).

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Auf weitere punische Hinterlassenschaften stießen wir dann am Cap Bon: Eine ganze Siedlung ist in Kerkouane erhalten (Bilder 6-7). Neben dem überall erhaltenen Fußbodenbelag aus opus signinum, einer Art Estrich mit Keramikfragmenten (Bild 7 zeigt ein besonders prächtiges Beispiel mit eingelassenem Symbol der Fruchtbarkeitsgöttin Tanit), sind die Besonderheiten dort die kleinen Badezimmer mit Sitzbadewannen, die in jedes Haus eingebaut sind (auf Bild 6 rechts zu sehen). In Menzel Timine erkundeten wir eine punische Nekropole mit in den Fels getriebenen Grabkammern, die teilweise sogar mit rotem Dekor ausgemalt waren (Bilder 8-10, in der Nische auf Bild 10 ist wieder ein Tanit-Symbol gemalt). Der Sandstein für die ganzen punischen Bauvorhaben stammt aus El Haouaria, traumhaft an der Küste gelegen. Dort wurde der Stein unterirdisch in riesigen Kammern abgebaut und direkt verschifft (Bilder 11-12).

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